Reifen montieren u. Plattfuß beheben

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…wieder ein Artikel der hier in meiner „Vorlage“ geschlummert hat.

Benötigt werden:

  • intakter Schlauch also neu oder geflickt
  • Luftpumpe ( unten noch ein paar Worte dazu )
  • Reifenheber
  • etwas „Flutsch“ ( dazu gleich unten mehr )
  • eventuell geeignetes Werkzeug um das Laufrad aus dem Fahrrad auszubauen, wenn keine Schnellspanner vorhanden sind
  • Geduld und Ruhe

Der Vorgang im einzelnen

  • Nach der Demontage des Laufrades den Reifen mittels Reifenheber lösen und zur Sicherheit ganz entfernen. Zur Sicherheit, um einer möglichen Ursache des Plattfußes genauer auf den Grund zu gehen.            Reifenheber ( oder ähnliches nicht scharfkantiges Hilfswerkzeug ) sind unbedingt notwendig, weil sie zum einen eben nicht scharfkantig sind und so weder den intakten Schlauch noch den Reifen beschädigen können und zum anderen eine optimierte Form haben um die richtigen Hebel ausführen zu können.
    Schraubenzieher, wie man es „früher gemacht hat“ hingegen sind genau das Gegenteil davon – scharfkantig. Was aber nicht bedeuten muß, daß es Spezis in diesem Universum gegeben wird, die es trotzdem können.
  • Also Fremdkörper suchen und finden. Dazu gibt es zwei mir erprobte Methoden. Methode Nr. 1.  die Sichtkontrolle von Außen und Innen, die aber ansich nur Erfolg verspricht, wenn man es mit offensichtlichen Schäden zu hat ( es gerade nicht Regnet und Stürmt und man hat Zeit und Muse ). Der Nagel, die Schraube stecken noch drin oder man ist zum Beispiel über einen abgebrochenen Glasflaschenhals gefahren ( Bild Nr. 1 ). Blöd ist´s natürlich wenn beides nicht zutrifft. Methode Nr. 2. die Tastkontrolle, wobei man das Reifeninnere sowie das Äußere mit den Fingern vorsichtig druchstreift um mit den noch innen steckenden Fremdkörpern Kontakt aufzunehmen. Vorsichtig, weil man kann sich so auch leicht selbst verletzten.

Merke 1.: so ein Plattfuß kommt nicht von ungefähr. Meistens durchfährt man widrige und spitze Gegenstände in Form von Metall- oder Glassplittern aber auch dorniges Buschwerk. Solche Fremdgegenstände bohren sich nicht nur ganz gerne in den Reifen und verursachen so den rapiden oder schleichenden Luftverlust, sondern verbleiben auch ganz gerne in der äußeren Schutzhülle. Und wenn sie dies auch nur Teilweise tun, kann man schon fast sicher sein, daß der nächste Plattfuß ansteht. Das Problem ansich ist also nicht den Plattfuß zu beheben, sondern den Fremdkörper ausfindig zu machen und zu entfernen.

  • Schlauch entfernen, dazu zunächst die Luft über das Ventil entweichen lassen, eventuell den Schlauch leerdrücken. Noch teilweise befüllte Schläuche stellen sich ganz gerne widrig an. Die Ventilrändelschraube zum festsetzten des Ventils im Laufrad muß außerdem dazu entfernt werden. Die Ventilrändelschrauber sicher weglegen. Nun den defekten Schlauch ganz entfernen.
  • Laurfadkontaktflächen zum Schlauch auf mögliche Ursachen für den Plattfuß untersuchen. Das geht am besten durch sauberwischen mit Finger, oder auch falls vorhanden mit einem Lappen und Sichtkontrolle. Die „Fingermethode“ ist natürlich genauso feinfühlig wie schon bei der Kontrolle des Reifens – also obacht !
  • Den Reifen wieder auf das Laufrad bringen, aber nur einseitig, da man ja sonst den Schlauch nicht hineinbekommt.
  • Methode 1.: den intakten Schlauch sauber einsezten ( Bild Nr. 2 ). Dazu den sauber aufgerollten Schlauch ( Bild Nr. 3 ), wie man ihn auch im Neuzustand vorfindet, glatt und nicht verknotet ( Bild Nr. 4 ). Was beim aufpumpen unweigerlich zum platzten des Schlauchs führt. Das geht am besten vom Ventil weg, wo man eh beginnt indem man das Ventil durch die Ventilöffnung steckt und lose mit der Ventilrändelschrauber fixiert. Dann je zu beiden Seiten abwechselnd, weg vom Ventil mit einem Finger/ Daumen in den Reifen hineindrückt. Die Gegenseite, also welche man nicht akkut „drückt“, mit dem Finger/ Daumen fixieren. Sonst fällt die nicht bewegte Gegenseite gerne wieder raus. Anschließend mit den Reifenhebern den Reifen komplett aufziehen. Oder…  –>
  • Methode 2.: noch besser bewährt hat sich an dem Punkt, den intakten Schlauch leicht angepumpt, also nur knapp mit Luft befüllt, zwischen den Felgenflanken und den Reifen sauber einlegen. So kann garantiert nichts mehr verwurschteln oder gar verknoten. Um den Rest des Reifens dann draufzuziehen empfiehlt sich…
  • Die letzten Meters“ der Reifenflnaken von innen mit etwas von dem oben erwähnten „Flutsch“ einzupinseln. Kann man dann unterwegs mit dem Finger und dem Duschgel machen oder eben zu Hause mit dem Pinsel. Das kann bei etlichen Reifen-Felgenkombinationen einiges erleichtern. Unten dazu noch mehr.

dsc07719-tip

  • Sitz des Reifens kontrollieren. Denn wenn der Reifen nicht richtig sitzt, poltert es durch eine Unwucht beim Fahren. Der Reifen rollt nicht rund, sondern eher wie ein Ei. Wenn es schnell gehen muß, kann man damit noch leben, aber auf die Dauer ist es nicht richtig. Damit der Reifen aber nun bei der folgenden Kontrolle und dem entsprechenden zurechtrücken mit der Hand nicht wieder verrutscht, kann man den Schlauch im Laufrad leicht aufpumpen. Hat der Reifen einen umlaufenden Reflexstreifen, kann man sich daran orientieren. Bei Bild 5 sieht man den Zustand mit etwas Luft noch nicht ausgerichtet und bei und Bild 6 ist „alles im Lack“. Hat er nicht so einen Reflexstreifen sucht man sich einen gleichmäßigen umlaufenden Orientierungspunkt. Die meisten Reifen haben eine bauseits abgegrenzte Kontaktfläche zu den Felgen.

Merke 2.: sitzt der Reifen nicht perfekt, nervt es einfach nur.

  • Zu guter letzt noch den Rest Luft rein und das komplette Laufrad wieder montieren. Ventilränderschraube nicht vergessen.😉

Bild Nr. 1/ Plattfuß druch einen pannensicheren Reifen druch einen abgebrochenen Flaschenhals.

Bild Nr. 2, 3 u. Bild Nr. 4

Bild Nr. 5 u. Bild Nr. 6

Noch was zu den Passformen bei diversen Reifenkombis zu den Felgen. Bei meinem Stahl Renner ist es zwar noch machbar einen Rennradreifen wie den aktuell montierten Continental Grand Prix 4000 S  in 23 x622 über die her traditionelle, weil eben auch gut 30 Jahre alte Felgenflanke drüber zu wuchten, aber leicht ist was anderes. Am CAADX, mit den eher hochen Felgenflanken und den Continental Grand Prix 4 Seasons in 25 x 622 echt schonw as zu wuchten hatte und selbst der mit 28 x 622 dimensionierten  Continental Grand Prix 4000 S II noch gut zu schaffen hatte.

Eher stressfrei ist dagegen das Aufziehen von breiteren Reifendimensionen. Da hab eich bisher mit dem Continental MountainKing CX oder dem Continental CycloXKing, beide in den Dimensionen 32 x622, kaum Stress gehabt.

 

Und noch, sind die Reifen neu, also quasi frisch aus der Packung, dann ist das oft schwerer, als wenn sie schon gute Kilometers gerollt haben. Außerdem, im Winter, also wenn das Gummi kalt ist, geht das auch schwerer als wenn man im Hochsommer bei brühtenden Temperaturen wo einen Reifen aufziehen muß.

Thema Luftpunpe: generell sollten jene so gut wie möglich sein. Hier meine bisherigen Modelle im Test. Am besten ist, wenn die Luftpumpe mittels einer Schlach-Schraubverbindung mit dem Reifen verbunden werden kann. So entfällt ein oft mit klammen Fingern festhalten oder eben immer wieder den Klemmhebel nue fixieren, weil er dann doch wieder verutscht ist. Gut ist auch, gerade bei Rennradreifen, wenn die Pumpe noch ein gut ablesbares Manometer hat.

Einen schönen Tag noch.

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