Verkehrserziehung einmal anders…

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…und zwar aus dem schönen Japan !

…und sonst ?/ Newsticker/ Bike nachgedacht: neulich bei there is no „I“ in cyclyng gab´s einen Bericht über eine Ausfahrt. Dem Autor BIKESNOB28HB berichtet von einem noch mal gut gegangenem Unfall, welcher ihn aber wiederum an die Maßnahmen in Japan erinnerte. Aber lest selbst die von mir entsprechenden zitierten Textzeilen.

„…Mich erinnerte das an Führerscheinverlängerung in Japan. Alle fünf Jahre oder so muss man in Japan zur Verkehrserziehung wenn man seinen Führerschein verlängern lassen will. Insgesamt ist das relativ langweilig, aber auch irgendwie bizarr und interessant. Teil des Programms ist es sich einen Verkehrspädagogischen Film anzusehen, meiner hiess: „Mörder ohne Absicht„.

Die Geschichte ist etwa so, dass ein Mann mit seinen Betriebskollegen in einer Kneipe feiert und schon was getrunken hat. Dann ruft sein Chef an und bittet ihn eine Klimaanlage bei einem Kunden zu reparieren. Er will natürlich nicht, aber da er ja ein guter japanischer Arbeitnehmer ist lässt er sich doch bequatschen und fährt los.

Schnitt. Ein kleines Mädchen mit Großmutter, beide im Kimono laufen fröhlich vergnügt auf dem Rückweg vom Jahrmarkt an einer Straße lang. Ist schon klar was jetzt passiert, die Details spar ich mir, aber im Film wird einem da absolut nichts erspart: Kind tot, Oma im Krankenhaus.

Jetzt beginnt das Drama aber erst richtig. Der Mann verliert seinen Job und als er zu der Familie des Kindes geht, um sich zu entschuldigen wird er nur angeschrien „Geben sie uns unser Kind zurück!“ Dann muss er ins Gefängnis. Seine Familie muss ihr schönes, westliches Haus verkaufen und wohnt dann in einer fiesen, alten japanischen Hütte direkt an der Bahnstrecke. Die Mutter hat einen harten und schlecht bezahlten Job auf einer Baustelle, der Sohn nimmt Drogen, die Tochter geht nicht mehr zur Schule und ist zickig. Eines Tages sagt die Mutter nur: „Ich bin so müde!“ und man sieht wie Sie auf die Bahnschranke zu geht; quietschende Zugbremsen, dann wieder jede Menge Details.

In der letzten Szene des Filmes sieht man dann wie der Mann, aus dem Gefängnis entlassen, im Regen auf den Stufen vor dem Eingang des Hauses des Kindes sitzt, an die Tür trommelt und schreit: „Verzeiht mir! Verzeiht mir!“ Die Kamera schwenkt dann weg von ihm zu einer Straße mit viel Autoverkehr. Die unausgesprochene Botschaft zum Schluss ist: „Siehst Du, da fährst Du gerade in Deinem Auto, aber schon morgen könntest Du an diese Tür hämmern und um Verzeihung bitten.

Von den ca. anderen 30 Japanern, die mit mir den Film gesehen haben, war etwa die eine Hälfte am pennen und die andere am flennen. „Ist schon etwas übertrieben“, dachte ich mir und setzte mich dann in mein Auto um ca. 10 km nach Hause zu fahren.

Soviel also dazu. Ich denke irgendwie sollte man mehr am Bewusstsein der heutigen Gesellschaft rumschrauben. Die meisten verstecken sich doch nur hinter dem, was die anderen auch so machen. Die Logik ist dann recht einfach, was die/ alle machen kann ja nicht verkehrt sein.

Zumal anders sein, mehr als nur schwer ist. Bildlich gesprochen, gegen den Strom des Flusses zu schwimmen, ist immer schwerer.

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2 Antworten to “Verkehrserziehung einmal anders…”

  1. bikesnob28hb Says:

    Da muss aber noch der Schluß der Geschichte rein, nämlich dass ich dann extrem vorsichtig nach Hause gefahren bin. Obwohl ich das total übertrieben fand.

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