Ein Tag mit dem Auto

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Bikealltag/ PKW vs. Bike: gleich vorweg, nein ich hatte keine unangenehmen Kontakt mit einem Autofahrer, also im Zusammenhang mit meiner Radlergeschichte.

Aber mit so einer Bürgerblechbüchse privat unterwegs zu sein ist schon Mist. Ich habe eine gestandene viertel Stunde gebraucht um überhaupt aus dem Dorf raus zu kommen, wo die Fa. sitzt. Wenn ich überlege wie weit ich da mit dem Bike schon gewesen wäre. Und vor allem wie entspannt.

Und dann diese Hampelmänner die einen überholen wollen. Macht überhaupt gar keinen Sinn, wenn da schon ich Sichtweite eine, wenn auch kleine und somit kurze, Ortsdurchfahrt mit entsprechender Geschwindigkeitsreduzierung von 50km/h ist.
Etwas weiter, wieder auf der Überlandstrecke steht ein fester Blitzer. Erlaubt sind 70km/h. Der Grund ist eine Einmündung, wo der Querverkehr an einem Stopschild das Fahrzeug mit allen vier Rädern zum Stillstand bringen muß. Hin und wieder wird da auch schon morgens kontrolliert. Find ich immer lustig wenn da wieder ne´ Schlange am Randstreifen abkassiert wird. Über Stopschildfahren ist so als wenn man bei Rot über die Ampel zieht, meine ich.

Das ist da natürlich alles Grundlos. Also als es damals an dieser Kreuzung regelmäßig gerappelt hatte…

Aber die Hintermänner müssen noch ma´schnell so vielsagen nach links rüber schwenken, wenn sie hinter einem hängen. Schwachkopf. Dann hat er´s mir aber gezeigt und mit seiner Combokutsche mal richtig Gas gegeben, um dann doch wieder nur vor mir her zu fahren. Gott ist das ein Schwachsinn.

( Bike ) nachgedacht/ Sport & Alltag/ Alter: so Thema „Ich werde alt…„, komme gerade von der osteopathischen Behandlung. Ich muß jetzt mal was schreiben…

Also, die Tage mal wieder zwischen den Terminen zum Haus-Doc, Überweisung holen und im neuen Quartal zu einem anderen Orthopäden gewartschelt. Dem habe ich dann mal die ganze Story aufgetischt, die Story das der Oberschenkel nicht richtig in der Hüfte sitzt wollte er mir übrigens erstmal nicht glauben, und dann ging´s los.
Kurze Sichtkontrolle – Schiefstand von mindestens 2cm im Becken. Und das offensichtlich ohne großes Nachmessen. Bilder machen, dann wieder warten auf den Doc. Während des Wartens schaute ich mal auf die Ablichtungen und irgendwie war mir dabei recht mulmig zumute. Sieht man ja nicht oft so, als Nichtmediziener. Ist dann fast so, als würde man an einer offenen Wunde rumdoktern.

Dann kam der große Chefé rein und tischte mir recht unverblümt die ersten aber ebenso ersichtlichen Befund auf. Ich hatte den Eindruck das konnte er schon beim Reingehen, quasi noch in der Tür stehend auf den gut 3m entfernten Röntgenbilder sehen.

Tja Hr. XY, ich habe keine guten Nachrichten für sie. Machen sie sich schonmal damit vertraut, daß sie demnächst neue Hüftgelenke brauchen.“ Punkt.

Mein Gott wie feinfühlig und vertrauenserweckend doch so eine Diagnose rüber kommen kann. Wir betrachteten die Aufnahmen. „Da sei auch von ihm aus nix mehr zu machen. Er können nur noch Beschwerden lindern. In der linken Hälfte sei die komplette Gelenkschmiere wech. Und rechts eben auch nicht mehr viel da.“ Ach ja drollig war dann sein Eingeständniss, das ich mit meiner Diagnose recht hatte, „daß mein linkes Bein eben nicht mehr korrekt drin sitzt.“ Denn durch das fehlen der Schmiere kann das so sein. „Woraus sich dann auch der Beckenschiefstand ergibt„, dachte ich.

Völlig unklar war ihm aber auch, wiso das vorab noch keiner bemerkt hatte ? Weder der seit zwei Jahren behandelnde Orthopäde, immer mal wieder wegen muskulärer Verhärtung, der zum Glück gerade Urlaub hat, der Hausdoc oder zumindest der Physiotherapeut.
Auf den Hausdoc lass ich nix kommen. Letztendlich ist er auch nur ein normaler Hausarzt für Schnupfen & Husten, alles andere sollte dann die Spezis machen. Auch vom Physiotherapeuten war ich an sich sehr angetan, also nicht nur auf der persönlichen Ebene. Fachlich hatte er mir doch arg weiter geholfen.

Aber genau da wird wohl auch der Hase im Pfeffer gelegen haben. Hatte ich doch schon im ersten Getippten dazu den Verdacht geäußert, das der Hüftbeuger eine maßgebliche Rolle gespielt hatte. Seit gut zwei Jahren nie wieder richtig in den vollen Bewegungsumfang gekommen, hatten sich wohl alle betroffenen Muskeln samt Anhang entsprechend verkürzt und sonstwie verhärtert.

Ich kann nicht bestätigen, das ein Hüftschiefstand zu einem vorherigen Zeitpunkt hätte offensichtlich sein können. Denn das hätte ich zum einen, und in dieser Deutlichkeit, schon früher gemerkt.

Jetzt spielt aber noch mit rein, daß diese Gelenkschmieregeschichte vererblich sein kann. Aha, und siehe da, meine Mom hat das gleiche in der rechten Hüfte. Bei ihr wurde das aber erst recht spät festgestellt. Gefühlt jetzt zehn Jahre später.
Hab da aber gerade mal nachgeschaut, das geht ab 40zig los. Und die hab ich ja schon länger hinter mir. Wiso ist das dann mit schon fast anzunehmender Sicherheit vererblich ? Jedenfalls wurde das so suggestiv rübergebracht.

Einzig dem bisherigen Orthopäden könnte man mal etwas auf die Finger hauen. Warum hat er nicht mal eher das lokale Umfeld untersucht, sprich Bild gemacht ? Meine Mutmaßung geht dahingehend, es bestand kein Anlass zur Sorge. Denn ich bin ansich kerngesund, betätige mich sportlich und bin zu dem „erschwerend“ nicht übergewichtig.

Lange Rede kurzer Sinn, die Gelenkschmiere ist „auf“.

Klare Sache ist auch, nach dem ja so zaghaften Diagnosespruch lag das erstmal irgendwie blöd im Margen. Recht schwer um mal so zu sagen. Denn frische Hüftgelenke ist nicht mal eben so ein Eingriff wie ne´ Zahnfüllung oder mal ein Gips wo am Arm. Zumal ich mit meinem fast halben Jahrhundert viel zu jung dafür bin. Oder anders gesagt, wenn ich das jetzt machen lassen würde, würden die Dinger in einiger Zeit getauscht werden müssen. Ist also nicht der beste Plan. Und meine Mom hat bis heute keine.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, also seit der Erstdiagnose, der Drops ist erstmal verdaut. Bin da ja kein Jammerlappen, aber wer mich kennt und somit auch ahnt, das ich mich mal ganz gerne beweg, der wird sich denken können…

Andersrum, was ist eine brauchbare Alternative ? Gleich These: Bewegen bringt Segen. Aber nach der Nummer heute, also der abgehandelten osteopathischen Behandlung ?

Auf dem Rückweg bin ich dann noch bei der Physiotherapie vorbei gefahren. Der gute Herr war aber heute nicht da, erst morgen Nachmittag. Ich werde also wohl morgen direkt nach dem Job mal bei ihm vorbei schauen. Denn dieses Knallen der Bänder werden kaum die Bänder gewesen sein, ich denke das waren die Knochen, an Ermangelung der Gelenkschmiere. Das könnte für ihn eine gute Information sein.

Was bingt mir das jetzt alles ? Denn der Titel „( Bike ) nachgedacht“ Bike eben in Klammern, steht ja nicht umsonst da. Naja, ich denke zunächstmal die Erkenntniss das mich mein schon fast intuitiver erster Eindruck nicht ganz getäuscht hatte. Die Ärzte dieser Fachrichtung haben, zumindest hier im Dorf, fast alle den gleichen Sympathiefaktor auf mich. Fachliche Kompetenz, die ich weder abreden will noch kann, hin oder her.

Für´s weitere glaube ich aber kaum, daß mir da wirklich geholfen wird und zwar in dem Sinne, daß ich als Partient weiter komme. Denn ich hätte schon gerne mal noch eine einzige Frage gestellt. Aber für diese Frage, jedenfalls hatte ich sehr schwer den Eindruck, schien gar keine Zeit zu sein.

Denn mit dieser einzigen Frage, und das behaupte ich, könnte man einen großen Zugewinn an Lebensqualität schaffen.

Übrigens: heute war zB. wieder so ein Tag, wo ich bis auf ein kleines Zimperlein im linken Knie, fast nix vermelden konnte. Andersrum, es war, wie gestern übrigens auch, ein Tag der schon beim Job viel Bewegung mit sich brachte. Wie war das noch mit meiner These ?

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9 Antworten to “Ein Tag mit dem Auto”

  1. Jochen Kleinhenz Says:

    Den Like gibts für Teil 1, für Teil 2 Mitgefühl – und den Trost, dass ein neues Gelenk um die 15 Jahre halten kann. Plus die alte Schrauberweisheit: „Lagerfett, Lagerfett, sonst nix.“
    Kopf hoch! Nun weisst Du Bescheid und kannst (re-)agieren …

  2. bikingtom Says:

    Man, irgendwie hört sich das ja nicht so toll an. Boah, eher übel. Ich hoffe du fällst die richtige Entscheidung, die dir dann auch wirklich weiterhilft! Kann verstehen das das nicht einfach ist. Trotzdem Kopf hoch!

  3. crossboxsports Says:

    Das hört sich ja gar nicht gut an.

  4. alex Says:

    Also erstmal locker bleiben, denn ich habe natürlich mal wieder ein paar Register gezogen nebst Gedanken geordnet. OP ist mal so gar kein Plan und das sagt sogar der Physiotherapeut, bei dem ich heute noch mal war.

    Ich wollte ihm einfach mal stecken, daß dieses Knallen bei gewissen Übungen eben nicht meine Bänder waren, sondern dann wohl die Knochen. Klar wo nix ist entsteht eben Reibung dann irgendwann ein Geräusch.

    Dann hatte ich ihn nochmal wegen dem Beckeschiefestand gefragt, ob er damals nix festegstellt hatte. Er bestätigte meine Aussage, das da nix war.
    Das widerum bestätigt mehr oder weniger meine Theorie, das der Beckenschiefstand erst seit etwas zweieinhalb Wochen ist. Und zwar eben, weil der linken Oberschenkelknochen partiell nicht richtig drin sitzt. Logisch, denn dann wirkt ja ein ganz andere Hebel.

    Zu der Art und Weise wie ich behandelt wurde, bzw. nur geröntgt sei heute kein Standard mehr, eben weil zu ungenau, hatte er auch eine Meinung. Außerdem müßte meine Beschwerden, die ja nicht durchgängig sind, heute sogar wieder eher selten, nicht von diesen Sachen kommen. Das können auch ganz andere Ursachen haben.

    Für mich schaut das jetzt so aus, vor dem Urlaub werd ich da eh nix mehr reißen können, aber nach dem Urlaub werd ich wohl nochmal zu einem anderen, und dann hoffentlich besseren, Orthopäden wartscheln müssen.
    Ein paar Empfehlungen habe ich ja jetzt schon. Mal sehen wie ich das deixel.

    Dieses ganze halbes und nix ganzes nervt. Das da keiner mal ne´ ordentliche und umfassende Bestandsaufnahme macht, führt so zu nix. Es dauert nur…

    Tja crossboxsports, Laufen ist erstmal so gar nicht. Solange der Knochen nicht da sitzt wo er sollte, geht da gar nix. Und ich wäre schon mit Nordic Walking zufrieden. Denn wir wissen ja alle, wenn wir uns bewegen geht es uns gut und der Körper fängt wieder an Gelenkflüssigkeit nachzuproduzieren. Bei mir zwar nicht mehr viel, aber das könnte schon reichen.

    Aber danke für Eure Anteilnahme. Und, übrigens Radfahren geht wunderbar ist sogar gut in diesem Falle. Das habe ich schon rausgefunden.

  5. 🔆Sigrid🔆aktiv60plus🔆 Says:

    Oh je. Hört sich nicht wirklich gut an. Also ich sag mal so, als mein Orthopäde mir sagte, dass mein Knorpel so gut wie weg ist, habe ich umgehend damit begonnen „Flexibel“ einzunehmen und zwar morgens und abends und dazu „Hyaloronsäure“ MM- ebenfalls in Kapselform – beides von Natura Vitalis und ich mache das jetzt seit 4 Jahren und mein Knie ist „wie neu“. Ärzte mögen das überflüssig finden, aber ich mache einfach weiter mit meiner Therapie. Dazu nehme ich noch Curcuma – ebenfalls hochdosiert in Kapseln ein. Wenn du Lust hast, kannst du ja mal nachschauen, was das alles ist. Vor allem „Flexibel“ ist speziell für Gelenke!
    Wünsche dir alles Gute und dass du eine OP noch hinaus zögern kannst. Aber Hüft OP’s sind heute ja kein großes Ding mehr und ewig Schmerzen sind auch blöd!

    • alex Says:

      Hallo nochmal in die Runde,

      „wir“ schreiben Donnerstag und ich muß sagen, es war, was diese Angelegenheit anbelangt, ein verdammt gute Tag. Ich hatte fast den gesamten Vormittag vergessen, daß da was ist.

      Danke natürlich auch für die Tips von Dir Sigrid. Ich werd mir das mal anschauen.

      Aber…

      …ich mu0 gaz ehrlich sagen, ich glaube nicht das die Zimperlein von den Gelenken kommen. Denn schon gestern beim Gespäche mit dem Physiotherapeuten stand die Aussage im Raum, das die Knochen dann vor allem morgens weh tun. Und dies, weil sich dann die wenige noch vorhandene Gelenkflüssigkeit erst verteilen muß. Logisch.

      Aber, und jetzt kommt´s, wenn ich morgens aufstehe ist da gar nix. Ich habe keinerlei Zimperlein. Wenn es losgeht, sind meist ein paar gute Stunden in´s Land gezogen.

      Auch der Physiotherapeut warf noch ein paar Möglichkeiten ein, die auf die Symptome passen könnten. Logisch, da muß mal gründlichst was auf den Kopf gestellt werden.

      Und auch an dem Punkt bin ich eventuell ein gutes Stück weiter. Mir wurde eine Kapazität in Unna enpfohlen. Treffenderweise bin ich da gerade sowieso meine Runde am drehen. Mal sehen was ich da morgen vortasten kann.

      • 🔆Sigrid🔆aktiv60plus🔆 Says:

        Dann hoffe ich, dass es irgendwas ist, wo dir ohne OP geholfen werden kann. Bin gespannt 🙄

      • alex Says:

        Tja und auch heute ist es, merkwürdigerweise wieder ein Stück besser. ich habe gar keinen Plan warum. Um so mehr Hoffnung.

        Ich sehe mich schon krampfhaft nach dem Urlaub nach einem Grund zu suchen um überhaupt noch zum Orthopäden zu gehen.

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