06.08.1945

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…der erste Abwurf einer Atombombe auf Hiroshima.

…und sonst ?/ Newsticker/ wichtig !: ein Tag der die Welt änderte. Ich weiß ja nicht wie Ihr das damals erlebt habt, aber mich hat die Zeit danach, also die des kalten Krieges sehr geprägt.

Natürlich bin ich nicht so alt, das ich den Abwurf miterlebt hätte. Ich denke aber die Deutschen aus dieser Zeit haben es damals auch nicht miterlebt. Logisch, in einer Zeit wo Radio und Druckmedium noch die einzigsten Infoquellen waren, wird wohl im zerstörten Deutschland niemand etwas mitbekommen haben. Man war ja selbst noch gebeutelt vom Endsieg.

Aber der kalte Krieg, damit wird so mancher von uns groß geworden sein. Was haben wir damals gewusst, wie haben wir damals darüber gedacht ? Ich war natürlich noch jung und unwissend. Man spielte neben Cowboy & Indianer natürlich auch Krieg. Es war einem auf der einen Seite nicht bewusst was das bedeutet, was das für Auswirkungen haben könnte, auf der anderen Seite war es normal, nur ein Spiel.

Auf der anderen Seite ist man aber auch mit der Gefahr groß geworden. Ich kann mich noch sehr gut an die Sirenealarme erinnern, die es damals noch regelmäßig gab. Als Junge wusste man natürlich welcher Alarm für welche Bedrohungslage war.
Ich kann mich nur noch daran erinnern, da war ich aber auch schon älter und hatte vieles aus dem im Hause verfügbaren Spiegel entnommen, das ich weniger Angst vor einem Atomkrieg hatte, als vor chemischen oder biologischen Angriffen. Denn diese Bedrohungslage taucht dann ja auch irgendwann auf.

Die Gefahr war also eigentlich niemanden bewusst und wir können froh sein, das es nie zu irgendeinem weiteren Einsatz dieser Atomwaffen ( oder ABC Waffen gekommen ) ist. Wir haben quasi in einer Zeit am Drücker gelebt. Aber erst heute haben wir Mittel die uns zeigen, wie schlimm das alles hätte kommen können.

Ich weiß es klingt ein wenig viel gebetsmühlenhaft, aber eigentlich sollte sich jeder heranwachsende Mensch mit diesem Thema befassen. Es gibt einige viele Dokumentationen wie – Hiroshima – Der Tag danach – die einem zeigen was der Einsatz so einer Waffe und deren Folgen bedeute bedeutet.

Da hat die Menscheit noch Glück gehabt, das es „nur“ zweimal dazu kam. Nicht auszudenken was gewesen wäre, wenn Atombomben noch öfters gefallen wären. Ich glaube aber, jeder, ob nun vor oder hinter dem eisernen Vorhang, konnte zumindest erahnen was dann der Menschheit hätte vorbestanden. Vielleicht hat uns das vor dem Aussterben bewahrt. Es wird also wohl wieder nur die Angst gewesen sei, nicht die Vernunft.

 

Nur etwas am Rande bemerkt, es wird auch Stimmen geben die besagen, man hätte es auch anders machen können. Hierzu sein ein Onlinebeitrag von N24 – Welt gereicht, dessen Kernaussage ich aufgrund einer gewissen Vorbelastung mit der japanischen Menthalität bestätigen würde.

 

Dennoch, gutheißen kann ich den Einsatz von Waffen grundsätzlich nicht. Deshalb habe ich damals gemäß dem Artikel 12a des Grundgesetzes den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert. ( Interessant finde ich, daß man wohl inzwischen auch hier und dort von einem Wehrdienst anstatt von einem Kriegsdienst spricht. Wortschieberei und Verharmlosung ? ) Ich haben damals übrigens noch volle 24 Monate meinen Dienst dem Allgmeinwohl, in einer Behindertenwerkstatt, abgeleistet.
Übrigens, ich war einer von der letzten, von ganzen zweien in der BRD die das aufgrund des Dienstantrittedatum nicht verkürzen konnten ( was anderen aufrgund einer Gesetztesänderung möglich war ), aber auch nur das normal Entlassungsgeld ( was den Dienstleistenden an der Waffe gleichgestellt war, obwohl jene eine deutlich kürzere Dienstzeit hatten ) bekommen haben. Dennoch ich habe nichts bereut.

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2 Antworten to “06.08.1945”

  1. Jochen Kleinhenz Says:

    Ja, die Sozialisation in dieser Zeit (Jg. 1968) war prägend – wie Du schreibst auch für das Lebensgefühl. Neben den Sirenen erinnere ich mich vor allem lebhaft an die RAF-Fahndungsplakate, die an jeder Dorfscheune (ich komme vom Land) und in den Bankfilialen hingen, an unzählige »Aktenzeichen XY«-Folgen etc. Die Bedrohung kam nicht nur von aussen, sondern auch von innen.
    Das Lebensgefühl dieser Zeit wird sehr gut in dem Buch mit dem genialen Titel »Als die Welt noch unterging« von Frank Apunkt Schneider geschildert, ein plastisches Portrait der Jugendkultur der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, bevor die aufkommenden »Popper« und dann »Yuppies« den ersten Vorgeschmack auf das neoliberale Zeitalter lieferten, in dem wir jetzt festhängen.
    Waren es wirklich 24 Monate? Ich habe 20 abgeleistet, und fand das als Orientierungsphase sehr gut (v.a., weil man eben überwiegend im sozialen Bereich eingesetzt wurde, ich in einer Behinderteneinrichtung). Aber auch der Bundeswehr heute täte es gut, wenn mehr »Bürger« ranmüssten … das haben aber diverse Kommentatoren nach den Skandalen der letzten Jahre schon wiederholt festgestellt.

    • alex Says:

      Stimmt RAF war ja auch das große Thema. Aus heutiger Sicht reihte sich das aber recht gut in in die rote Gefahr ein, von der ja immer alle sprachen.

      Dabei wurden ganz gerne, und wohl auch bis heute, die alten Seilschaften unter den Tisch fallen gelassen. Ach nein, man hatte sich ja selbst Amnestie erteilt. Übrigens nicht nur mit der Billigung der amerikansichen Besatzer, sondern auch mit deren Hilfe. Auch jene wusst eschon damals wie gut man mit wem Politik machen kann. Skrupel ? Wohl eher Fehlanzeige.

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