Test: Cannondale CAADX Ultergra 2015

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Test/ The Cure – Forest: also gut, ich werde jetzt hier doch eine Art Testbericht über meine letzte Neuanschaffung in sachen Fahrrad machen. Ganz so neu ist das CAADX aber nicht mehr, erworben am 17.11.2015. Ursprünglich hatte ich ja auch schon vor kurz nach dem Überschreiten der 15.000 Kilometergrenze einen Testbericht abzusetzten.

Der Grund ist, einfach mal etwas Feedback geben und dabei dann auch ein zwei Dinge ansprechen, die mir aufgefallen sind – leider nicht positiv.

Kurze Vorgeschichte: der Auslöser zur Neuanschaffung war recht einfach, mein damaliges Hauptfahrgerät, das Volotec, hatte bis zum Zeitpunkt X gute ü. 34.000 Kilometer gelaufen ( steht aktuell bei 36.086 Kilometern ). Ja war ein schön und ein cooles Bike, daß zweite Neufahrrad in meinem Erwachsenenleben.

Aber wie das eben so ist, es ist eben nicht mehr ganz neu, dafür aber fast erstaunlich gut in Schuss. Fast, weil der einzige Knackpunkt sind die Aufnahmen für die Hinterbaufederung, genau genommen dort wo die Lager drin sitzen. Das Material ist dort derat genutzt das auch frische neue Lager nicht lange die Fahrstabiliät hergeben, wie das sollte. Kurz gesagt, der Hinterbau schwenkt beim Fahren hin und her und zwar seitlich. Da ist eben alles weich.

Das nächste Bike: …sollte von daher diese potentielle Fehlerquelle nicht haben. Praktischerweise machten sich vor 2015 Cyclocross Bikes auf dem BRD Markt breit und eben jene schienen mir als geeignetester Ersatz. Eigentlich eine Art Rennrad, aber eben stabil genug damit auch mal durch den Wald oder eben durch den Busch zu fahren. Und so kam dann auch der Name The Cure – Forest zustande.

Es ist eben so erholsam fernab der üblichen stressgeplagten Wegstrecken sich zu bewegen, etwas mehr von der Natur zu sehen und diese besonders frische Luft zu atmen.
Praktischerweise lassen viele Bikes dieser Gattung auch die Montage von allerlei Zubehör zu. Schutzbleche oder Gepäckträger sollten eben so kein Problem sein, wie die für Waldfahrten breiteren und grobstolligeren Reifen. Und hydraulische Scheibenbremsen kamen auch ganz schnell mit auf die Wunschliste.

Gepäckträger und ebenso einen zweiten kompletten Satz Laugfräder, also für den eher unbedarften deustchen Radfahrer, die „Felgen“ samt aller dazugehörigen Reifen und Zahnräder standen von Anfang an mit auf der Einkaufsliste. Schutzbelche waren und sind nur eine Option für mich. Find ich uncool, ja geb ich zu, und machen in meinen Augen nur wenig Sinn. Klar wenn ich nur Straße fahren würde…

..aber fahrt mal ein paar mehr Meters mit Schutzblechen durch´n Wald. Wenn man Glück hat, muß man den Dreck nur hinterher auch noch von den Schutzblechen rausfrimeln. Wenn man Pech hat, setzt sich das alles schon während der Fahrt derat zu, daß nix mehr geht.

Außerdem hab eich genug Regenzeuch und ein Wasserschlauch hängt direkt neben der Fitness-Garage, wo halt alles verstaut wird.

Die Suche: …war eine verdammt lange Geschichte. Als ich anfing war es gut gegen Ende 2013 dann kam 2014 und eben 2015. Infos s´mußten herangeschafft werden, potentielle Verkaufsstandorte gesichtet und wenn möglich in Augenschein genommen werden. Da die Nummer erst so ab Ende 2013 in der BRD auf den Markt kam, war das alles nicht sonderlich leicht. Bikes genrell zu finden und dann auch noch in meiner Größe ? Elendig. Wenn Bikes wo auftauchten waren sie schon wieder weg, zu klein oder zu teuer. Ja Geld spielt auch eine Rolle. Denn es gibt Hersteller die lassen sich ihren Namen nochmals derat extra vergüten…

Nach langem hin und her hatte ich ein paar Bikes nebst Bremssythemen unterm Hinter gehabt. Ein Shop in Cochem, gute 380km Oneway entfernt, machte ein ganz leckeres Angebot. Kurz vor Ziel verreckte noch ein Auto in der Family, das Budget mußte angegriffen werden. Ja super.

Eine gute Zeit später, recht spontan, steckte ich dann in die frühmorgendliche Eröffnung eines mir bekannten Radladen den Schädel und dachte…
…Mensch Alice ( Alex ) in Wonderland ! Cyclcrosser verschiedener Label in unterschiedlichen Ausstattungen und Rahmenhöhen. Nach einem kurzer Ansage was bei mir anstand kam der Zeigefinger auf ein Cannondale CAADX in Ultergra Ausstattung. „Größe ist kein Problem, kannst´e morgen hier Probefahren, steht noch hinten im Karton.

Nach einen abermaligen Mailaustausch stand alles fest, ich fuhr Probe und der fehlende Rest vom eigentlichen Budget wurde über´s Konto aufgestockt. Ich war es auch ehrlich gesagt leid immer auf dieser Gummifeile durch die Gegend zu eiern. Man trampelt sich einen Wolf und kommt kaum von der Stelle. Und jetzt, quasi in Griffnähe war alles zu haben was man angestrebt hatte zumal noch zu einem brauchbaren Gesamtpreis All-In.

Zugriff !

Aktuell: jetzt wo ich hier so tippe geht der Bock stramm auf die 16.000 Kilometer zu. Er tut was er soll und dies zu meiner aktuellen vollen Freude.

Die Geometrie des CAADX: …ist eben eine Cycclocorss-Geometrie. Im Gegensatz zu einem Rennrad ein eher kürzeres Oberrohr und wohl auch die Kettenstreben werden kürzer sein. Irgendwoher muß ja die Wendigkeit kommen. Dafür sitzt man aber auch aufrechter als auf einem Renner, was die Sache nicht nur übersichtlicher sondern auch entspannter bis gemütlicher macht. Ich fand für meine Fahrhaltung den Vorbau etwas zu lang, also wurde jener kostenlos gegen einen kürzeren getauscht.

Fahren im Wald & Gelände: es ist ein Cyclocross was man im Wald gut gebrauchen kann. In etlichen Tracks, so nenne ich meine Spielwiesen hat er sich gut bewährt. Tiefe Schlammpassagen, Stock & Stein, Unterholz oder Wiese oder auch mal eine engere Kehre, kein Problem. Gerade am letzten Punkt, den engeren Kehren, kann das CAADX gegenüber dem Volotec ein paar viele Punkte gut machen. Das Fahrverhalten in dem Terrain wofür das Bike gemacht ist, wird also gut bis sher gut erfüllt. Limit ist hier eigentlich nur der Fahrer selbst, oder die Haftung der Reifen.

Fahren auf der Straße: ja wer´s kaum gaubt, auch mit der nicht ganz so straßenmäßigen Geometrie kann man mit dem Bike viel Spaß haben. Und genau dafür habe ich ja auch den zweiten Laufradsatz, wo dann eben aktuell den Continental Grand Prix 4 Seasons in der Dimension 28×622 drauf habe. Natürlich ist das Bike kein reinrasiges Langstrecken-Rennrad, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Fahren mit Gepäck: ja auch der Gepäckträger kam mal zum Einsatz, ja sogar öfters. Aber jetzt mal ganz ehrlich, mit nur einer Packtasche und jene eher maximal halbvoll, Pendelsachen eben, geht das noch. Aber wenn man mit zwei vollbepackten Taschen unterwegs ist, dann wird das nicht eben lustig. So lange es geradeaus geht, alles kein Problem. In Kurven & Kehren, zumal enger, kippt das Modell dann aber. Und zwar sprichwörtlich. An dem Punkt ist die kürzere Auslegung des Bikes eher ungünstig. Also, lange Radtouren, bepackt mit Kind & Kegel ist nicht das Einsatzgebiet. Gut, dafür ist es ja auch nicht gebaut.

Wenn ich schonmal Gepäck mit habe, dann macht sich ein Ortlieb Seat-Pack oder ein Handlebar-Pack ganz gut ( ähnliche Modelle werden natürlich auch ihren Dienst tun. ) So ist das Gepäck erstmal von der Masse her begrenzt und deutlich besser am Bike verstaut.

Ein bisschen was zur Technik: die technischen Einzelfeatures könnte Ihr bitte hier <klick> auf der Bikeseite des CAADX abgreifen. Diese Infos habe ich damals im grunde nur von der Cannondale Homepage abgegriffen und hier und da ergänzt.

Der Antrieb: …ist mit 2×11 Gängen alles andere als schlecht. Das Volotec hat ja noch 3×9 Gängen und dort mußte ich ein wenig umbautechnisch rumspielen, bis das für mich passte. Beim CAADX habe ich erst bei 11.298km das orginale 36er Zahn Kettenblatt, also das kleinste, gegen ein 34er Zahn getauscht.

Zuerst stand zwar noch die Überlegung im Raum doch was an der Kassette zu machen, aber nach einigem Suchen und letztendlich auch der Tatsache das sowieso beide Kettenblätter getauscht werden mußten, wurde halt ein Kettenblatt 34er Zahn montiert. So habe ich mehr „Fleisch“ an echten Steigungen und vor allem auch in tiefen Schlammpassagen. Außerdem war es der günstigere Weg. Denn Wunschkassetten haben oft einen deutlichen Mehrpreis, sind dann aber an anderer Stelle auch nur wieder Kompromiss.

Die hydraulischen Scheibenbremsen: …übrigens vorne als auch hinten mit einem Scheibendurchmesser von 160mm, geben keinen Anlass zu Klage. Sie tun genau das was sie sollen. Echte Probleme im Betreb hatte ich da noch nie.
Beim einem Bremsbelagwechsel hatte sich legedlich nur mal gezeigt das die Sicherungsschraube nicht mehr zu lösen war. Der Fachmann hat das dann aber noch hinbekommen, seit dem stecken da die üblichen und auch mitgelieferten Sicherungssplinde drin.

Die restliche Technik: tut genau das was sie soll.

Die unschönen Seiten: ja leider hatte ich schon weit oben den Begriff  „fast“ mal eingespielt, aber so ganz ohne Kratzer am Lack geht das nicht ab.

Am 14.01.2016 bei gerade mal 1.326km zeigte sich im Rahmen einer Pflegeaktion das am hinteren Nabenlager des ersten Laufradsatzes deutlich Spiel war. Am 05.03.2016 zeigte sich dann, das eben genau jene Lager deutlich rauh lief. Das wurde alles vom Cannondale vertreiben Fachhandel anstandlos beseitigt, kostete mich aber jeweils die Nutzung eine PKW zzgl. der gute 35km Oneway und eben Wartezeit, also Nichtnutzung des Bikes.

Am 26.06.2016 nach 1.400 Kilometer Laufleistung zeigte sich dann am zweiten Laufradsatz ebenfalls Spiel außerdem ließ sich der Konterring der Kassette nicht mehr festziehen. Das Gewinde hatte da wohl mal was abbekommen.

Alles blöd, ja kann vorkommen, aber dann gleich an zwei Laufradsätzen bei einem Kunden ? Fand ich nicht so prikelnd. Man kommt sich ja auch blöd vor, jedesmal wegen so eigentlichen selbstverständlichen Kleinigkeiten zum Fachschrauber zu gehen. Zumal, und jetzt kommt mein Berutteilungshintergrund, man hat sich ein Cannondale gekauft. Und eben auch keines für nur ein paar müde Euro.

Jetzt sollte man aber auch nüchtern bleiben, ich versuche das jetzt mal. Cannondale entwickelt und baut die Rahmen bzw. lässt diese unter recht direkter Regie in Südostasien fertigen. Ich behaupte mal, wenn da was schief geht, dann ist das echt schief gegangen.
Die weiteren Bauteile für ein Fahrrad sind Zukaufteile. Schaltung kommt aus Japan und der Rest wird auch irgendwo aus Asien stammen.

Ich sehe das jetzt aber so. Cannondale ist als Name irgendwie drin mit im Boot hier eine gewisse Qualitässicherung zu gewährleisten. Man wird sich doch also auch mit den entsprechenden Lieferanten darüber unterhalten haben. Geschätzerweise haben die das auch entsprechend reflektiert, denn sonst wären sie nicht die Lieferanten von Cannondale.

Wenn das jetzt aber bei solchen Lieferanten mit der Qualitätsicherung nicht so läuft wie es wohl auch von Cannondale vorgesehen ist, dann ist da was schief gelaufen. Die Möglichkeiten seitens Cannondale Nabenlager bei Laufrädern bei der Lieferung zu kontrollieren halte ich eher für gering, wohl auch weil eigentlich nicht notwendig. Leider ist da aber dieses Wort – ABER !

Der verkaufende Vertragshändler macht auch nix anderes als den Karton auspacken und für den Kunden die Endmontage abzuarbeiten. Seine Möglichkeiten da noch deratige Fehler zu finden halte ich für sehr gering. Und dennoch steht er jetzt einem Kunden gegenüber. Der Kunde/ Endnutzer als auch der Händler sind die dummen.

Der Kunde im doppelten Sinne, weil er auch noch ein paar Euro mehr für die eigentliche Namensqualität auf den Tisch gelegt hat. Und ich sage auch hier, das hat jetzt nichts damit zu tun, das man ja mehr hätte zahlen können und dann eben auch bessere Qualität bekommen hätte. ( Dann reden wir aber auch schon davon ein Bike ganz aufbauen zu lassen oder eben Rahmenbau. Summe jenseits der 5.000 Euro ohne Extras, mal so grob geschätzt… )

Ich denke nicht ! Denn als ich nach 13.130km am 02.06.2017 das CAADX bei Das Rad Dortmund von einer Nabenwartung abholte, bestätigte man mir die zwar einfache Bauweise der Naben, aber eben auch, das man nicht unbedingt Industrielager haben müsse. Alles sauber eingebaut, gefettet und gut eingestellt, reicht auch für viele problemlose Kilometer.

Gesamturteil: ja wie stelle ich das jetzt dar ? In meinem Trainingstipps-Blog gibt es in der Testrubrik als maximale Punktzahl fünf Sterne. Ich tue mir da jetzt echt schwer.

Fünf Strene geht nicht wegen der Patzer, aber ich bin da ehrlich, trotz das ich das Bike empfehlen würde, dazu aber gleich noch ein paar Worte, liegt es diesesmal haarscharf an nur drei-einhalb Sternen-Grenze. Begründen tu ich das damit, das Cannondale auf dem Markt als ein Label mit besonderen Qualitätsanspruch auftritt. Dieser kann aber wohl offensichtlich nicht gehalten werden. Zumindest nicht in diesem meinem Falle. Eine Ausnahme hoffe ich.

Andernfalls würde ich es auch gerne sehen, wenn man ein Bike in Ultegra Ausstattung anbiete, auch die Anbauteile einen gleichen Standard haben. Einfache Lager, so gut sie auch sein können, gehören dazu aber nicht. Man verbaut sich mit Kleinkram also den eigenen Ruf. Das muß so nicht sein.

Empfehlen würde ich das Bike aber trotzdem. Unter der Premisse das der verkaufende Fachhändler in der Nähe ist und dann auch gewillt/ geschult genug solche eigentlich kleineren Patzer vor der Übergabe auszubügeln. Vielleicht würde es sich sogar empfehlen, sozusagen präventiv, das Bike in den kritischen Punkten vor der Übergabe nochmals durchschecken zu lassen.

 

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2 Antworten to “Test: Cannondale CAADX Ultergra 2015”

  1. gabiwinck Says:

    Mein Göttergatte sucht auch gerade nach einem neuen Rad … soll alle Vorteile in sich vereinen … so sein wie ein Rennflitzer … gleichzeitig alle Vorteile eines Gravelbikes haben … ob er wohl die milchgebende Wollmilchsau finden wird? 🙂

    • alex Says:

      Ja das ist der Bergiff Gravel oder eben Cyclocross schon ein guter Anfang.

      Aber wie ich schon schrieb, glaube ich zumindest, habe ich das so geschrieben ?, naja egal, der nächste Schritt wäre Rahmen kaufen, Teile kaufen, aufbauen lassen doer eben selber machen. Nur dann spielt man auch wieder in einer anderen Preisliega. Hat dann aber den Vorteil, das a. alles passt und b. die unschönen Feinheiten wohl kaum noch vorkommen sollten.

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