Blaupunkt Bikepilot Finaltest ?

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Test/ Navigation/ Blaupunkt Bikepilot/ Bilder: gut, ich war dann mal wech und habe im Rahmen einer Heimattour, dazu später mehr, mir nochmal den Blaupunkt Bikepilot geschnappt und wollte sehen wie er sich so in einem mir völlig unbekannten und zudem urbanen Gebiet macht.

Der Hintergrund ist dazu ist ja klar, es soll ja in absehbarer Zeit auf die NightOfThe100Miles gehen. Und da ich davon nicht einen Zentimeter Kartenmaterial kenn, also noch nicht mal ansatzweise eine Ahnung habe woher es geht ( wir bekommen den Track ja erst zum nächste Monatsanfang ) und in Essen kenn ich mich radmäßig gleich null aus, wäre es ein guter Plan, wenn der Bikepilot funktioniert.
Soweit so gut, der Start soll ja an der Radmosphäre sein, also brauche ich ja schonmal mindestens die Hinfahrt dorthin. Hierzu hat mir Biking Tom eine GPX Datei für eine, übrigens sehr leckere Strecke sieht man mal von wenigen Streckenmetern und den üblichen Unfeinheiten bei der Radwegverkehrsplanung ab, gemailt. Also, soweit so gut, das GPX Gelumpe auf den Bikepilot geladen, konnte es losgehen.

Hier mal die Strecke <klick> bei Outdooractive. Ich erwähne die Strecke mal deshalb, weil ich im Verlauf des Testberichtes die navigationstechnischen Leckerli an konkreten Kilometer-Stellen fest machen werde.

Also, aktiviert habe ich den Bikepilot an der Zeche Zollverein, den Weg dorthin finde ich wohl im Schlaf. Der Start des Gerätes verlief wie gewohnt, ich hatte erstmal wider einen weißen Bildschirm. Also kurz Luft holen, warten, dann Neustart, dann war er aber da.
Der Track erschien in voller Länge, ich mußte also erstmal zoomen um heraus zu finden wo genau denn der Start sein möge. Beim ersten mal klappte das noch recht gut, später aber zum Zoomen mehr.

Die Montage am Bike:
…das wofür der Bikepilot aber nix konnte, und ich eventuell doch nochmal morgen in Angriff nehmen werde ist, seine etwas unglückliche dezentrale Lage am Lenker. So von schräg ist der Bildschirm einfach nur ungünstig ab zu lesen.

Darstellung auf dem Bildschirm:
…ein gespeicherter Track erscheint in einer eher hellgrünen Lininie, was nicht immer die optimalste Darstellung ist. Denn die im Kartenmaterial vorhandenen Radwegrouten sind in einem dunkelblau sichtbar dargestellt. Ich denke aber, daß sich dieser Nachteil verflüchtigt, wenn der Bildschirm recht zentral-optimal auf dem Vorbau befindet. Anderseits ist man beim eher flüchtigen Blick auf´s Navi, dazu geneigt, den Lininien zu folgen die am besten im Kontrast zu sehen sind. Und das ist eben nicht die hellgrüne, sondern die dunkelblaue. Soweit so gut, Feinheiten.

Darstellung & Sicherheit im Straßenverkehr:
…an dem Punkt sei gesagt, navigieren im unbekannten urbanen Gebiet ausschließlich auf Sicht, also durch ablesen des Gerätes, halte ich unter dem Verkehrssicherheitsgedanken für, um es mal geschöhnt auszudrücken, suboptimal.

Der Test ansich:
…mit den haarigen Stellen & Vorkommnissen. Wenn man dann den Trackanfang gefunden hat wird die Route gut in hellgrün dargestellt, ein auch super zu sehender oranger Pfeil folgt dem GPS-Signal und somit dem Fahrtverlauf. Ist die Strecke schon von der Sichtbarkeit selbsterklärend, kann im grunde nix passieren. Doch wofür braucht man denn dann eigentlich ein Navi ?
Genau, für die haarigen Stellen ! Und die erste, zwar nicht haarige, aber eben tricky Stelle hatte ich kurz nach dem Gebiet der Zeche Zollverein. Bei Kilometer 1 steht man optisch vor der Wahl rechts eine Brücke hoch zu fahren, und weile jene sehr logisch-einladen ausschaut ist man fast geneigt dies auch zu tun, oder eben links daneben geradeaus weiter. Auf die Schnelle war es auf der Darstellung nicht ersichtlich, daß die vermeintliche Streckeführung rechts ab in einer Rechtskurve folgend über eine Brücke führt. Man, oder ich, mußte dann eben anhalten und nach alt Väter Sitte die Lage optisch peilen. An der Stelle aber soweit kein Problem.

Am Kilometer 2,1 angekommen verwies mich der Bikepilot einwandfrei nach rechts doch dann kam der erste Knackpunkt. Irgendwie war die Darstellung der Karte zu klein, also war zoomen angesagt. Denn auf die Schnelle erkennen ob man an der Ampel rechts oder links muß, war in dem eher kleinen Zoom nicht machbar. Das heranzoomen ist ansich kein Ding. Man tippt auf den Bildschirm, wählt eines der rechtsseitig erschienenden Plus oder eben Minus-Symbole aus und hat’s dann. Doch so richtig mochte er nicht. Erst beim zweiten, dritten Versuch wusste ich, daß ich rechts rum mußte.

Hier an der Verkehrsstelle kam dann auch der Sicherheitsfaktor voll zum Zuge. Vielbefahrene Straße, unklare Navigationslage und dann noch im fremden Ort herausfinden ob es einen benutzungspflichtigen Radweg, Radfahrstreifen oder ich nur die Straße gibt ?

Der weitere Verlauf des Trecke lag dann linksseitig in einer Rechtskurve. Der Weg war wider selbsterklärend doch dann kam der Hammer…

…der Track führt auf die fette Kreuzung an der B224/ Gladbecker Straße u. Grillostraße bei Kilometer 4,2. Um hier zu erkennen wo es lang gehen sollte, mußte der Zoom nochmal ran. Also wider den Finger auf den Bildschirm legen und dann…, oh Wunder der eigene Standort ist mal schnell verwischt !

Jetzt stand ich also an der fetten Kreuzung, wusste oder besser gesagt, konnte weder vorher noch nach dem Antippen des Bildschirms erkennen wo ich hin mußte, was tun ? Guter Rat war teuer.

Wie war das doch bei Windows ? Abrechen und neu starten. Soweit kein schlechter Plan, also die Strecke nach dem beenden der Navigation neu aufgerufen und die auf Go gedrückt. Verwundert hatte mich dann das erste mal, aber leider nicht das letzte mal, das mich Freundchen Bikpilot nett fragt: „ob ich denn den geltenden Verkehrsregeln folge leisten würde, wenn ich den Track zurück fahren ?“ Dieser Nachfrage nicht viel Beachtung geschenkt, bejaht und dann weiter fahren. Dachte ich…

Denn der Track erscheint mit Standort, aber eben wieder zu klein. Also die ganze Nummer nochmal gemacht, vorab versucht zu zoomen, was aber auch nicht so klappte. Nach drei Versuchen und einer weniger gepflegten Auswahl aus dem Repertoire an Unworten, bin ich einfach geradeaus über die Ampel und hab dann geschaut, wohin bewegt sich der Standortpfeil. Denn der bewegt sich zwar in die richtige Richtung, also in die die ich gefahren bin, dann aber leider nicht in die Richtung, in die ich hätte fahren müssen-sollen.

An dem Punkt hatte ich jetzt keine Lust mehr auf irgendwelche Neustartszenarien mit Quizspielchen ob denn Verkehrsregeln sinnvoll sind oder nicht, sondern habe mir ganz einfach den Zoom soweit herangeholt, bis ich die Straßennamen auf der Karte lesen konnte.
Wie gut das man doch ein Navi hat ! Doch nur so gefragt, wozu denn dann ? Denn das und genau das, hätte ich mit jeder verdammten und x-beliebigen Straßenfaltkarte machen können.

Jedenfalls hatte ich es dann, also ging es weiter. Die Galdbecker Straße hoch gefahren stand ich als bald an der Friedrich-Ebert-Straße, jedenfalls war jene in Sichtweite. Jetzt ist die Sache ja die, Essen ist nun mal keine Kleinstadt, es ist also entsprechend unübersichtlich für nicht ortskundige. Gefühlt hatte ich drei Fahrspuren geradeaus, sechs für Rechtsabbiegen und acht für´s Linksabbiegen vor mir. Zum Glück stand ich auf dem Gehweg, denn den Krampf im öffentlichen und motorisierten Straßenverkehr hatte ich mir seit der letzten großen Kreuzung geklemmt.

Und so stand ich nun da, bereits hinter Kilometer 4,8. Die Essener Uni mehr oder weniger im Rücken hatte ich auch noch im Hinterkopf, irgendwo bei der Uni muß man nur rechts rein. Doch wo nun ? Das Navi hüllte sich wider im kleinen Zoom.

An dem Punkt stellte sich mir die Frage, wieso zoomt ein Navi was offensichtlich der Streckenverlauf folgt, in einen so großen Modus ? Krass gefragt, es könnte mir ja auch den Gesamtverlauf des Tracks darstellen.

Also habe ich mich versucht zu orientieren. Nahm das Navi vom Lenker, versuchte zu zoomen, Neustart mit der Frage der Fragen und wider den ganzen Kram. Nebenbei kam nach dem Neustart auch immer jene Darstellung. Ist das einen Frage, wie der Bikepilot die Strecke berechnen soll ?

img_20180622_114320874_ergebnis.jpg

 

Ach ja, schon fast vergessen, wenn man dann alle Fragen ( richtig ) beanwortet hat und einfach losfährt, bittet der Bikepilot natürlich darum entweder scharf links ab zu biegen oder eben zu wenden. Denn er erkennt ja, das man eben nicht dem Track rückwärts folgt. Datt kann er also nun doch erkennen.

Ich habe dann einfach, wider nach alt Väter Sitte, zwei Leute gefragt und jene meinten, das es an der Uni links ( links weil ich ja nun wider zurück fahren mußte ) rein gehen würde. Ich also den Bikepilot wieder gestartet und einfach losgesollt. Die Darstellung in dem Zoom-Modus war nicht sonderlich zufriedenstellend, ich aber auch schon so angenervt, daß ich mich nicht groß darum kümmerte. Die Litanei der Unwort hatte sich langsam vom Feinen in das Grobere gewendet. Diverse Leute schauten schon. Nach ein paar kleineren Harken hatte ich eine breite und eigentlich eindeutig in die richtige Richtung weisende Trasse vor mir.
Eigentlich ? Ich beschloss den Trick mit dem Fragen ein weiteres mal zu machen, was dann auch einen Gewissen Erfolg brachte.

Und so fuhr ich, der Zeitpuffer war inzwischen arg geschrumpft, bis zum Krupp-Park, Kilometer 6,6. Ich widmete nochmals ein paar Minuten kostbarer Zeit, aber auch noch kostbarer Nerven in die Handhabung des Bikepilot, was aber leider nicht den Erfolg brachte.

Ja, so war das. Auf die kompletten Fahrzeit von 1:52min kamen dann nochmal gute 30-45 Minuten überflüssige Handhabung des Blaupunkt Bikepilot drauf. Nüchtern betrachtet…

Resume:…
…nicht so prall ! Eigentlich ist so ein Navi ein Gerät was man nutzt, wenn man sich nicht auskennt und Hilfe gebrauchen kann, sinnvoll. Wenn man ja weiß das man in ein unbekanntes Gebiet fährt, dann noch eine GPX Datei für das Passieren dieser Strecke gereicht bekommt und jene auf so ein Gerät einpflegt, dann sollte man doch eigentlich erwarten dürfen, daß so ein technischen Highlight das gemeistert bekommt.

Uneigentlich ist es dann aber so, das selbst bei geringem Tempo der Zoom nicht mal so ausreichend ist, daß man die nächsten 500 Meter überblicken kann, sondern man Abschnitt gezeigt bekommt, die mal locker zwei Kilometer umfassen.

Was soll diese Frage nach den Verkehrsregeln ? Und warum begreift ein Navi nicht, das man eben nicht gewendet hat, sondern dem Track in seiner ursprünglichen Auslegung folgen will/ muß ?

Idee:…
…in meinen Augen sind das alles Punkte, die man wohl softwarespezifisch in den Griff bekommen könnte. Erkennt der Sensor fürs GPS-Signal das man langsam fährt, zoomt das Gerät automatisch ein. Bewegt sich das GPS-Signal schneller, wird automatisch größer gezoomt.
Über die gleiche Methode kann auch eine Software erkennen, ob man nun einem x-beliebigen GPX-Track rückwärts oder vorwärts folgt. Hier würde eine einfach Nachfrage genügen, dann müßte keine Hinwiese mehr kommen wie: „bitte wenden !

Der Blaupunkt Bikepilot ist ansich kein schlechtes Gerät ! Intuitive Handhabung über das Menü, selbsterklärend, einen netten großen Bildschirm und zudem noch günstig in der Anschaffung. Bei letzterem Punkt muß man natürlich sagen, das Gerät hat keinen WLAN und so werden Trainingsdaten nicht einfach in Portale eingepflegt.

4 Antworten to “Blaupunkt Bikepilot Finaltest ?”

  1. Jochen Kleinhenz Says:

    Hmmm, ich verstehe nicht ganz, warum der Blaupunkt „an sich kein schlechtes Gerät“ sein soll …
    Habe seit einem Jahr einen eTrex 30x in Gebrauch – solide, wenn man nur 10% der Funktionen nutzt: Track via USB aufspielen, nachfahren, fertig. Und das ist schon das einzig nervige am Gerät – dass das nur per Kabel geht (teurere Garmins können das besser und verfügen über die volle komoot-Integration: beim nächsten mal lange ich da hin …).

    • alex Says:

      Ist ja auch Neuland für mich. Da könnte auch ein Fehler bei mir liegen und wenn es nur der ist, das ich normalerweise Strecken aus dem Kopf nachfahre.

      Hab mir jetzt erstmal eine Halterung für den Vorbau bestellt. Dann sitzt das Ding schon mal zentral im Blickfeld und dann könnte ich ja noch ein paar Tests machen.

    • alex Says:

      Hätte ich doch fast vergessen, Dein Kommentar bestärkt mich in weiteren Gehversuchen. Danke !

    • alex Says:

      Und noch ein Gedanke von mir, ergänzt durch Lob für das Gerät.

      Mein Hauptmanko war/ ist ja der Zoom. Vielleicht hast Du da sogar einen Tip für mich.

      Ab einem gewissen Punkt konnte ich ja nur weite Streckenabschnitte dargestellt sehen. Hier stellt sich mir die Frage warum ist das so ?

      In Folge dann noch, kann man außer dem Zoomen rechts mit den Puls- u. Minustasten noch anders zoomen ? Oder wenn man dort gezoomt hat, seinen eigenen Standort wider zentral auf der Kartenansicht produzieren ?

      Lob für das Gerät wäre die eigentlich intuitive Handhabung und der große Bildschirm. Natürlich auch der günstige Neupreis. Das man nicht in Strava importieren kann ( oder eventuell doch, dann nur wie ? ) ist zwar schön, kann ich aber verschmerzen.

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