Out of america/ X14 – Versuch & Irrtum/ 36.352km/ 12.04.2020

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Bikealltag/ Urlaub/ The Cure – Forest/ Outdoor/ Biketouren/ Bike- & Biketouren Bilder: der meinige Urlaub gleitet weiter so vor sich dahin, eine wirkliche Struktur ist kaum erkennbar. Irgendwie sehr entspannt, aber auch schon fast wieder zu entspannt.
Nach der gestrigen spontanen Runde aber auch mit dem Rest vom Tag war ich schon besserer Dinge. Auch die Hängemattenacht war gut und so konnte ich heute um kurz nach acht bei immer noch gut 6c° langsam die Kurbel ankreisen lassen.

Ziel war sich einen Weg zu suchen von bekannten Lippeauenstrecken weg in Richtung Westen. Der Wendepunkt aber gleichzeitig der Platz für ein echtes Frühstück sollte jene Waldmöbelierung sein, die auf der Schönen Land Tour gefunden wurde.
Auf der Karte hatte ich hierzu einen Wanderweg mit der Markierung X14 erspäht. Jener welcher sollte mehr oder weniger südlich von Selm-Bork an der Lippe entlang gehen. Auch dieses nette Dorf kenn ich nicht nur von der letzten Radfahrt dort durch, sondern auch vom Job. Fahrradfahren hindurch sollte also nicht das Problem sein, doch so nett an der Lippe entlang schien mir das deutlich verheißungsvoller.

Die Anfahrt war dann vor allem von steigenden Temperaturen geprägt. In Abschnitten legte ich Schicht für Schicht ab um nicht all zu fiebernd am Ziel an zu kommen. Das Thermometer stieg von knapp 6c° auf gute 15c° kurz vor Selm-Borg.

Der erste neue Streckenabschnitt war eher unspektakulär und dank mitgeführter Karte auch nicht wirklich tricky. Der Kapellenweg (auf der Streckenkarte im Onlineportal Strava ab ca. Kilometer 20) führt erst gerade aus, dann macht er eine lange Rechtskurve und endet auf der Alstedder Straße. Von der Beschaffenheit her ist er ein Landwirtschaftsweg in asphaltiert, hat aber jede Menge Flicken und auch ein paar mehr Löcher.
Direkt am Ausgang kamen mir Nordic-Walker entgegen. Also wurde mal fix der freundliche junge Mann mit Hund als Eingeborener konsultiert und er bestätige meine Beobachtung-Vermutung. Ja es gibt Wege bis hoch in den Wald (Alstedder Mark). Wäre also mal was demnächst. Jetzt stand aber erstmal das an, was man sich in den Kopp gesetzt hatte.

Gut war, ab diesem Punkt war es bis zum Ortseingang Selm-Bork nicht sehr weit. Die paar Meters auf dem Straßenbegleitende Radweg kann man „verschnupfen“.  Dann wurd´s aber interessant und zwar mehr als mir lieb war.

(Restbilder im Album)

Ein kurzes Stück könnt eich noch mit den Mitteln der navigatorischen Hilfsmittel und der Kunst vorwärts kommen. Doch dann hatte das ein jähes Ende. Dem Verlauf der mitgeführten PublicPress Karte gefolgt stand ich eigentlich recht direkt an der Lippe. Dort sollte der X14 entlang führen. Angelndes Mannsvolk wusste da aber nicht weiter. Ich entdeckte einen wirklich schmalen Trampelpfad und harke bei den beiden Herren nochmals nach. Ja geht rein, aber man wisse nicht wie weit und wohin. Innerlich rang ich ein wenig mit mir. Beim betrachten dieses Weges schwante mir irgendwie…

Ich bin aber trotzdem rein. Nach dem Zücken des Mobilnavis und nochmal in die Karte schauen konnte es nur dort entlang gehen. Vorher gab es nur zwei Zufahrten, welche aber verammelt waren. Irgendwas offizielles, keine Ahnung. Die abgehende Querstraße war für den Kartenverlauf zu weit vorne und machte zudem noch einen Schwenk in Richtung Bahngleise. Ja hätte man wohl nehmen können, wäre aber definitiv nicht der X14 gewesen.
Gut ich also auf ein paar Meters vorgetastet und…

…dann ma´ gleich abgestiegen. Das ich mit dem linken Fuß nicht sofort in der Lippe stand war alles. Der Trampelpfad war maximal zwei Fuß breit. Dann war da ich der arg geschlängelte Verlauf mit ein paar Bodenwellen drin, wo ich schon beim Absteigen beim besten Wille nicht erkennen konnte, wohin es nach diesen Kuppen runter gehen würde. Oder doch noch ein Stückchen nach rechts oder links, ab in die Lippe?

Ich weiß jetzt nicht wie weit, aber ein paar Meters ging das so. Mit dem CAADX auf der rechten Seiten war es einigen Stellen so eng, daß ich den Bock echte durch knappes Gebüsch am Hang schieben mußte. Links neben mir, wie schon gesagt die Lippe. Das Haarige, wie ich fand, war der Hang runter zur Lippe. Stellenweise gute 1m tief und steil ohne ende. Da in dem unbekannten Terrain mit dem beladenen Bike rumeiern war nicht mein Ding. Denn schon das Schieben war ja nicht jedermanns Sache.

Irgendwann wurde der Trampelpfad breiter, der Abstand zur Lippe fiel deutlich in den Konfortbereich. Jetzt gab es ein fetten Baum der quer lag und noch eine nicht einsehbare Stelle. „Danach würde alles besser“, dachte ich. Ja ne´iss klar, die Erde ist einen Scheibe und wir können über Wasser gehen.

Man landet dann auf einer Art Wiese (wo dann auch die Radwegbenutzungpflicht ausgeschildert war! Alder welcher Kusselkopp hat sich den Schwachfug ausgedacht? Da ist ja nich ma´ ansatzweise was befestigt, geschweige denn einen Straße), oder doch ungenützter Acker? Man kann zwar sowas wie eine Trampelspur ausmachen und ja fahren könnte man auch, sieht man mal von den unendlichen Erdlöchern ab, aber wohin? Es war beim besten Willen keine echte Richtung ein zu sehen. Man hätte genauso in eine Sackgasse mit fetten Zaun fahren können.
Ich kniff die Arschbacken zusammen und setzte alles auf eine Karte. Jetzt oder nie, ich wollte da durch. Kann doch nicht sein, verdammte Hacke. Innerlich packte mich ein wenig der Ehrgeiz, ich wollte das Ding irgendwie gerockt haben. Mein Hintergedanke war einfach der, man weist das doch nichts auf einer Karte als offizielle Wanderroute aus, ohne das da was ist. Mein Optimismus hin oder her, ab dem Haus Dahl würde es weiter gehend also mußte ich dort hin.

Ich eierte also über diese Äcker-Wiesen oder was wie ich nicht. Mal rechts mal links und zum Schluss nur noch schiebend. Das Haus Dahl konnte ich zwar sehen, aber das ich wirklich näher kam war wohl mehr fatamorganamäßig. Letztendlich machte ich genau vor diesem Anwesen einen Schwenk nach rechts, aber das da ein Weg zu dem Grundstück wäre, konnte ich so nicht ausmachen. Dann kam der Blick auf die Uhr.

Eine legere Hängemattenpause an bekannter Stelle konnte ich schon genauso knicken wie einen weiteren Espresso. Überhaupt brannte die Sonne und mein Wasservorrat schrumpfte über meine Hautporen dahin. Ich fasste noch eine Brötchenpause auf einer angenehmen Bank zeitlich ins Auge. Wenn ich denn irgendwann mal wider so etwas wie bekanntes oder zumindest ansatzweise urbanisiertes Gebiet erreichen würde. Der Weg bergan an diesem Anwesen wurde wider fahrbar, ja ich hatte sogar eine Nordic-Walkerin vor mir, also den Hintern aufs Bike geschwungen und wider los.

Oben dann wider in der Zivilisation angekommen schlug ich dem Nasenavi folgend die Richtung ein und landete auf einer mir bekannten Straße. Eine Bäckerei hatte geöffnet und ich verlud ein halben Liter Wasser direkt in meine Trinkflasche. Dann ging es aber weiter, die Pause immer noch fest im Blick. Ich konnte den Ausgang jener Route finden, wo wir seiner Zeit aus Osten kommend in Selm-Bork raus kamen. Die Welt drehte sich wider richtig.

Ich rollte wider normal vorwärts und hatte dann auch eine Bank in geeignetem klimatischen Gebiet. Sonne, aber nicht zu viel, ein leichter Wind, ein Mülleimer und endlich was reinschaufeln. Die mitgeführte Banane und ein Brötchen samt ein paar Mettwürsten aus dem Discounter verschwanden, genauso wie die kräftigen Schlücke aus der Wasserpulle.
Praktischer Weise war die Pause genau an jener Gabelung wo es auf die bis dato noch unbekannte Waldpiste ging. Bodensubstanz nach cappenberger Art in der Güteklasse zwei. Also nur grobe Steine, aber schon so runter gelutscht, daß sie einem nicht die Reifen umgehend aufschlitzen. *lach* Ein paar Meter bergan, ein Bild von der Wellenlandschaft und dann weiter.

Schon bei der Pause war mir aufgefallen, Deutschland war erwacht. Je tiefer ich in den wiedermal sehr schönen Wald hinein kam, um so mehr Leute begeneten mir. Warum wusste ich alsbald. Auf einer Art Wise im Wald war das SGV Lünen-Selm Wanderheim. Da war mir zu viel Betrieb und Zeit & Lust zum umschaue hatte ich sowieso nicht.
Die Fahrt war für mich und für heute sowieso zu ende. Die paar Meter (ca. 20 Kilometer) bis nach Hause würde ich so aus dem Kopf runter radeln und große Neuentdeckungen standen auch nicht mehr an. Und so ging es nördlich durch den Cappenberger Wald, rechts rum am Amazon Lager vorbei, durch Werne gebrettert und dann mal wider durch die Lippeauen gefahren. War warm geworden, hoch interessant aber leider auch nach dem abermaligen Kartenstudium zu interessant. Denn ja ich war auf dem richtgen Weg, auch wenn es leider kein fahrbarer Weg war. Ob dieser Weg aber von Wanderern benutzt wird, wage ich schon fast zu bezweifeln.

Ich werde mir die Sache, wenn ich mal gut drauf bin, von der anderen Seite aus anschauen. Also vom bekannten Pausenplatz dann auf dem Rückweg. Vielleicht gibt es ja doch diese Querung über das Haus Dahl?
Anschauen werde ich mir aber auf jeden Fall mal noch die potentiellen Wegführungen durch die Alstedder Mark. Also ob es nicht so schon genug zu entdecken gäbe. *lach*

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