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Stahl Renner – damals – Dolce Vita

April 27, 2019

Bike History/ Bikealltag/ Stahl Renner/ Singlespeed 52-16: gut, hier dann mal vorab reingereicht eine wenig was zur Geschichte des Stahl Renner. Ein wenig Vorgeschichte ( in der folgenden Story ersonnen ). Dieser Stahl Renner ist nicht einfach irgendein Fahrrad von der Stange was man irgendwo lieblos in der Ecke stehend, womöglich in einem Discounter gefunden hat und für kleines Geld an der Kasse aus seinem armseligen Dasein erlöst hat.

Dieses Fahrrad begleitet mich nun schon in meinem Leben auf über 30 Jahren.

Seinerzeit hatte ich einen Zeitarbeitesjob im Schichtdienst und habe die Kohle schubkarrenweise, also gefühlt, nach Hause gekarrt. Damals hatte ich nur ein Raleight Rennrad, mal für um sonst bei einem Kumpel geschnappt, aber meines heutigen Wissens nach, gut eine Nummer zu klein.

Mit dem erworbenen Geld wurde dann also zuerest ! der Stahl Renner aus der Taufe gehoben und sich dann zum Führerschein angemeldet. Dieser Vorgang geschah in einem Radgeschäft in Gelsenkirchen, meiner alten Heimat in einem kleinen fast unscheinbaren dennoch aktraktiven Radgeschäft auf der Bismarkstraße. Jener trug den Namen…

Das Radhaus

Geführt wurde der Laden vom Chef selbst, ein mir damals zwar jung vorkommender Radschrauber, aber er wird dennoch älter als ich gewesen sein. Neben Hausmannskost konnte man bei ihm sich auch anders betreuen und beraten lassen. Ich ging also hin und wir machten einen Termin für ein ruhigeres Gespräch aus. Und so kam ich eine Woche später wider in den Laden und man hatte mehr Zeit.

Die Sache war leider damals die, ich hatte eigentlich nur einen groben Plan im Kopf was ich haben wollte, aber eher sehr wenig Ahnung. Dennoch wurde ich erstklassig beraten und er hatte auch noch einige Bauteile für kleines Geld in der Ladentheke liegen. Ebenfalls gut war, man konnte jeweils am Montag seine Werkstatt nutzen und er würde einem mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Heute weiß ich, das genau das damals alles entscheiden war, ich den Groschen in die Kaffeekasse hätte ruhig größer ausfallen lassen sollen. Denn der Selbstaufbau war ob meiner eigentlich nicht vorhanden Kenntnis wohl mehr umprofessionell, aber ich habe das bis heute nicht vergessen. Entschuldigenderweise kann ich aber auch sagen, woher hätte ich es auch wissen können. Internet gab es ja nicht mal im Sprachgebrauch unter Insidern.

Jedenfalls wurde der Stahl Renner nach zwei Tagen schrauben fertig und ich hatte meinen Spaß daran. Im Verlauf der ersten Wochen/ Monate wurde noch das eine oder andere nachoptimiert, bis ich im selben Laden noch ein Zweitrad für den Alltag erwarb. Denn inzwischen hatte ich mit dem Stahl Renner auch die ersten Winterfahrten vollbracht und irgendwie war es mir dafür zu schade. Er aber hatte eine kleinere Stückzahl an 26″ ATB ( All-Terrain-Bikes ) aufgebaut, die man heute auch wohl unter dem Titel Trekkingbike ( auch dieser Begriff war damals noch nicht geboren ) verkaufen würde.

Gut ich hatte meinen Spaß, wenn auch nicht mehr täglich, dann aber eigentlich so wie heute. Bar jeder Ortskenntnis kurbelte ich mit dem Stahl Renner damals durch die Gegend. 

Irgendwann kam der Umzug in das heutige Dorf, der Stahl Renner wurde in der ersten Tagen noch zu gelegentlichen zügigen Ausflügen über die hiesigen nahen Dörfer genutzt. Dann kam der Montagejob, die Kids, der Hausbau und das zumindest virtuelle Kellerdasein. Denn einen Keller kennt unsere Burg nicht.

Ab einem Zeitpunkt X wurde der Stahl Renner wider reaktiviert, umgebaut ( Kategorie Singlespeedumbau, IT-Tret-Innenlager/ einbauen und Projekt Stahl Renner ) und viel Spaß mit gehabt. Leider zeigte sich aber auch über die Zeit, nicht alles ist an so einem italienischen Rahmen einfach. Wenn ich nur an die Geschichte mit dem defekten Tretlager denke, was mir noch heute Fieberanfälle verursachen kann…

Aber es ist wohl wie mit einem alten italienischen Sportwagen. Das sind auch Grazien auf der einen Seite, auf der andern Seite haben sie aber diese Feinheiten, die einem das Leben nicht gerade leicht machen. Oder: sie zicken rum ! Man liebt sie dafür, aber man hasst sie auch dafür.
Weggeben, zumal wenn man schon so ein paar Jahre zusammen Verbacht hat, das möchte man nun auch wider nicht. Jede Fahrt ist ein Genuss, schon der Tradition wegen.

How a bicyle is made 1945

Mai 6, 2012

hier bei vimeo <klick> ein echt klasse Filmbericht, wie 1945 Fahrräder gebaut wurden. Sollte man sich als Liebhaber und Fahrradfahrer unbedint  anschauen. Alleinen die Arbeitsschutzbedingungen, Sicherheitsvorschriften, Gehör- oder Hitzeschutz, Werkzeugabdeckung, der Rahmen wird mit der blanken Hand in die Farbe getaucht, sind es wert.

Gefunden habe ich es als neuen Beitrag im radforum.

Einen schönen Sonntag noch ;-)