Archive for the ‘Stories of life’ Category

43.645km/ 05.03.2021

März 6, 2021

Bikealltag/ The Cure – Forest/ Winterfahrten/ Bike- & Biktouren Bilder: die ersten Zeilen schon vor getippt am…

Donnerstag: …Morgen, den überaus vollmundig-kräftigen Espresso, die Überraschung der Frühtemperatur noch vor der Brust. Gleich kommt der Routineschritt vor die Burgpforte um zu sehen wie „warm“ es draußen ist. Kleidung, sprich eine weitere dreiviertellange U-Bux liegt jedenfalls bereit.
Die Aussicht auf den heutigen letzten längeren Arbeitstag, morgen wird’s definitiv kürzer, lässt die Stimmung auf ein brauchbares Niveau kommen. Dann wollen wir mal sehen, was so draußen los ist?

*später*

Ja und „wärmer“ war‘ s dann auch tatsächlich, es standen schon 1c° auf dem Tacho. Da es aber sehr diesig bis nebelig war, brauchte ich eine Weile um in Schwung zu kommen.

Dummerweise bin ich bei einer letzten Trink-u. Naseputzpause beim Absteigen irgendwie blöd auf den recht Fuß gekommen. Es zuckte unangenehm aber nur kurz. Danach war das mit dem Auftreten eher ungünstig. Was soll der Mist jetzt wieder?
Man(n) hofft, daß sich das den Tag über legt.

Den Tag über spielte sich das wohl ein, ganz weg war‘ s dann aber doch nicht. Anwesend war es vor allem nach dem ich aus dem Sitzen aufgestanden bin. Merkwürdige Sache?

Ja und das mit dem Wetter ist auch nicht so der Knaller. Das gute daran, es wird coronakonform sein. Denn in den letzten beiden Tagen war bei dem schönen Wetter wieder recht viel los. Vor allem am Dienstag war da ein Menschenauflauf am Preußenhafen…
…als gäbe es keine Pandemie. Ich sehe genau darin auch einen Grund, warum der Spuk wohl noch länger dauern wird. Aber lassen wir das.

Die nächste Sichtweise. Zum Glück stellte sich der Regen dann auf aus und zum Schichtende hin kam da nix nach. Positiv gesehen, ist das ja gut. Gemütlich war das natürlich nicht, aber so hatte ich auch kein Kleidungsproblem. Da ich zunächst einfach nur rollen wollte, beschloss ich wider an der Rennbahn entlang zu fahren. Schon am Morgen hatte ich an einer Stelle vermeintlich Glassplitter wahr genommen. Auf der Rückfahrt bestätigte sich das, also wurde das CAADX an die Leitplanke (also von innen auf dem Radweg und damit ungefährlich) gestellt…

4 heimfahrt_ergebnis

…und mittels gezielter Fußtritte die diversen kleine Splitterreste bei Seite geschossen. Nach dieser guten Tat ging es weiter. Ich schwenkte dann aber doch zum Channel hoch und bog wider auf eine Runde durch den A1 Wald. Natürlich wurde abermals das bereit legende Brennholz aufgeladen, ist aber immer noch nicht alles. Werd ich also wohl nochmal hin müssen.

Freitag: ja der Freitag war dann mal alles andere also so richtig gemütlich. Das es in der Spitze satte & feuchte -4c° hatte, äußerte ich ja bereits. Damit kam dann nicht nur die bereit gelegte U-Buxe zum Zuge, sondern auch noch ein weiteres Shirt mit langen Armen über das eigentlich warme Shirt.
Man hatte halt keinen Bock auf kalt. Und weil das draußen eher einen auf Winter machte, wurden natürlich auch die Spikereifen bestückten Laufräder montiert. So ein zweiter Satz Laufräder, fix & fertig bestückt ist Gold wert. Ich kann mich noch an den Morgen erinnern, wo ich das erste mal Spikereifen aufgezogen hatte.

Stories of life: Alder, da hockst du bei Minusgraden in deiner Fahrradbude, der Heizlüfter rennt um die Wette (ich glaube damals hatte ich noch nicht mal einen Heizlüfter), was natürlich absolut sowas von sinnlos ist. Handschuhe kannst du natürlich nicht anziehen, weil man damit nicht gescheit arbeiten kann. Und da es so wunderbar kalt ist, bockt die Pelle auch noch rum. Denn merke, kaltes Gummi zieht sich nicht nur zusammen, sondern wird auch unflexibel. Also rutscht der Schlappen nicht so wie sonst mit einem satten Blub über die Felgenflanke, sondern du brichst dir die Finger ab damit du sie überhaupt irgendwie montiert bekommst.

Warm wird dir erst wieder, wenn du freiwillig die Luft wie ein Irrer in den Schlauch pumpst. Original, die Nummer machst du nur einmal und dann nie wieder. Lieber fährst du mit den Spikereifen auf blanken Asphalt. Ja so war war das damals. Weiter im Tagestext…

Und so rollte ich mal wider innerlich zusammengezogen wie wohl damals der olle Spikereifen gen Job. Das meine Klimamanagement klappt aber soweit, ich wurde sogar warm. Den Tag über klarte es sogar auf und die Sonne kam raus. Aber auch mit zwei (dünnen) Jacken, also Zwiebel-Look, wird es nicht wirklich sowas wie warm. Erst gegen Mittag kann man es wagen eine Jacke weg zu lassen. Zumindest in der Sonne. Die Jobrunde kommt gut rum, ich erreiche tatsächlich früher den „Stall“. Doch bevor ich raus kann, gibt’s wie immer ein paar mehr Handgriffe zu erledigen. Ich lasse mich fallen und rolle einfach mal los.

Schnell merke ich, die eisige Luft kommt press aus Osten. Zum Glück nicht in heftig, aber kalt genug, daß der Körper einen Großteil der Fortbewegungsenergie für den Wärmhaushalt abzieht. Gefühlt krauche ich ganze Abschnitte dahin. Ich wähle eine übliche Kombi aus Seseke Radroute und dann Kuhbachtrasse. Letztere bietet sogar eine gute Portion Windschutz. Den Plan noch auf eine nahe Halde hoch zu fahren, verwerfe ich innerlich ganz fix. Dafür wird mein „Akku“ wohl kaum reichen, außerdem bin ich viel zu früh. Sonnenuntergang ist erst gegen sechs am Abend.
Ich würde, selbst wenn ich weiter so daher krieche aber einen gute Stunde zu früh sein. Und eine Stunde oben auf einer zugigen Halde stehen, soll nicht der burner sein, hab ich mal gehört. *grins*

Es gibt nur einen kleinen Abstecher in einen bekannten Waldabschnitt. Dort ist genug Holz in Weg um kalter Luft den Weg zu versperren und von der anderen Seite scheint die Sonne warm in die Lichtung. Was will man mehr? (Gut ein warmes Lagerfeuer wäre noch nett und überhaupt, eine Hängematte, mit warmer Umschließung in Form von Underquilt und Schlafsack. Dann nett wegdämmern und die Nacht rum gehen lassen. Am Morgen mit der Sonne wach werden, noch schlummern und sich dann einen leckeren Espresso kochen, dazu ein gute Stück Brot. Aber bis es soweit mal ist… *schau sehnsüchtig*)

Jedenfalls war damit die dynamische aber dennoch eher gehemmte, aber vor allem lange Arbeitswoche rum. Das Wochenende kann kommen!

Habt einen netten Tag und bleibt gesund!

Musikmaschine – old school

Februar 16, 2021

…und sonst ?/ Bikealltag/ Stories of life/ Bilder: jetzt bin ich gerade über mein altes Gedankengut gestolpert, wobei damals der auslösende Grund ein Blogbeitrag vom appletechnikblog war, und habe festgestellt wie bodenständig aber auch old-school ich doch bin.

Die Geschichte dahinter ist natürlich nicht wieder so einfach gestrickt. Drehen wir die Zeit also zurück.

Die Vorgeschichte zur Geschichte

Ich damals im festen und sehr gut bezahlten Arbeitsverhältnis als Holzwurm in einer Werkstatt die quasi alles für Vobis machte. Mann was waren das Zeiten. Jedenfalls werkelten wir gut rum, konnte aber auch für uns selbst vieles in der Werkstatt machen.

Ich hatte da natürlich auch das eine oder andere gefertigt. Ein schwarzen Kofferschrank, Grundmaße 1 x 1m und 2m in der Höhe, eine Garderobe und Schuhschränke, welche noch heute bei meiner Mutter im Einsatz sind.
Auch der Badezimmerschrank ist heute immer noch bestens im Einsatz. Jener zeigt auch eine gewisse Leidenschaft für das Multiplexmaterial, welche das vorherige bevorzugte Material MDF (mitteldichte Faserplatte/ im Grunde verleimtet Holzstaub) ablöste. Da sag wohl an der eher schnöden Ästhetik des MDF gelegen haben, wogegen Multiplex ja durchaus auch echte Holzhaptik haben kann.

Schon beim diesem Badezimmerschrank machte sich das Material vorzüglich. Es ist grottenstabil und kann in den Oberflächen sehr umfangreich gestaltet werden. Ich hatte damals die Kopfkanten sichtbar gelassen und mir eine Boots Öl-Lack von einem entsprechenden Fachhändler besorgt.
Grundsätzlich kann man also diese Badezimmerkiste ins Wasser schmeißen und nix passiert.

Kurzer Dreh am Zeitzeiger noch weiter zurück. Natürlich war man jung und Musik spielte eine entsprechende Rolle. Eine brauchbare Anlage, wie man das damals nannte, eine gute Auswahl an Tonträgern, auch bekannt unter der Begrifflichkeit Schallplatte oder Vinylscheiben (alternative gab es noch Kassetten *lach* das sind jene Teile, die sich vorzugsweise im Autoradio vorzüglich zu einem Bandsalat verknoteten und einem Lebensjahre raubten um das wider zu richten. Unvorstellbar heute).

Da ich aber weder Schallplattenspieler noch Verstärker selber bauen konnte, beließ ich es bei einem Selbstbausatz von Standlautsprechern aus dem Hause Visaton.
Erstaunlich finde ich, daß es heue noch Visaton gibt und das man in Sachen Selbstbau immer noch gut unterwegs zu seinen scheint. Meine damalige Box könnte ich nicht im Archiv finden, dürfte aber unter dem Namen Atlas, so meine tiefsten Hirnwindungen gelaufen sein. Jetzt gerade beim weiteren stöbern bin ich über das Modell Visaton Alto II gestolpert. So, oder so ähnlich sahen meine Boxen aus, spielt aber keine Rolle. Jedenfalls hatte ich diese ersten Boxen noch aus dem MDF-Material gebaut. Das wurde (wird?) für den Boxenbau aufgrund der Materialeigenschaften auch weiträumig genutzt.

Irgendwann dann aber zog ich mit dem alten Kumpel durch die nahe City und wir schauten mal in einen Stereoladen rein. Der war uns bekannt, war aber augenscheinlich eher nix für unsere Gehaltsklasse. Ja das waren noch Zeiten wo einem nicht jedes noch so erdenkliche Goodie „auf Keife“ sprich Kredit zu 0% Raten bis ins die heimische Stube getragen wurde.
Barzahlung maximal Überweisung waren angesagt, EC-Karte konnte man damals noch gar keine hohen Beträge machen, so meine Erinnerung.

Dennoch war man uns gut gesonnen und wir fanden Platz im Klangstudio. Eine Heerschar an Stereoboxen und eine Auswahl an entsprechenden Soundgeräten standen zur Verfügung. Ich meine man hatte sogar schon zwei CD-Player dort stehen. Die kamen damals so raus und waren inzwischen so knapp bei der 1.000 DM-Marke angekommen. Unglaublich was das für Zeiten waren.

Man unterhielt sich mit uns und erkundigte sich nach dem was man so bisher hatte. Dann machte man den Vorschlag mal ein zwei Kombinationen aus zu probieren.
Die Abspielquelle war ein schnöder Plattendreher, im Volk auch als Plattenspieler bekannt aus dem Hause Thorens (die damalig den aus dem Hause Linn eigentlich in nichts nachstanden, außer in dem Budget was man auf zu bringen hatte so jedenfalls meine Ansicht. Wer also richtig Kohle hatte, der kaufte sich natürlich eine Linn).

Als Treiberquelle diente ein Duo aus dem Hause Cyrus, so ich das noch richtig im Kopf habe, eine Vorverstärkerstufe und eine Endstufe.

Natürlich wurden solche Hörproben blind gemacht. Man wusste also nicht, was gerade wie aktiv war. Man hörte einfach nur zu und gab dann Rückmeldung. Und dann auf einmal schauten wir uns an, Glanz in den Augen und wir wussten nicht was da im Gange war.
Der Fachberater ließ uns noch eine Weile rätseln, bevor er das Ergebnis preis gab. Und zwischen den gefühlt meterhohen Boxen, massiv gebauten und mehrfach aufgestellten taten sich die eher kleinen und unscheinbaren Dynaudio Gemini hervor. Natürlich wusste der Fachberater was er da gemacht hatte und ich warschelte mit einem Prospekt der Box aus dem Hause. Selbstbausatz, einen Elektriker für die Verkabelung hatte man ja an der Hand und ein paar Monate das Geld auf die hohe Kante legen und es war soweit.

War natürlich kompletter Schwachsinn, denn meine Visaton waren ja nicht wirklich alt oder schlecht. Aber irgendwie gefiel mir der Gedanke. Naja und am Hungertuch hatte ich ja auch gerade nicht genagt. Oder, mit ein wenig sparen im Sinne von, die Kohle nicht für anderen Schwachsinn raushauen, war das gut machbar. Man ist ja nur einmal jung.

Die Geschichte zwischen den Gesichten

Irgendwann nahm dann mein Leben einen neuen Lauf, durchaus als dynamisch zu bezeichnen. Frau kennen gelernt, umgezogen, Kinder kamen ins Leben, Haus gebaut und der üblichen Turn halt. Da ich beruflich auch gut eingespannt war, landeten die Boxen im Wohnzimmer und der Rest zeitweise noch im Kopfhörerbetrieb im Schlafzimmerschrank. Dort verweilt auch noch der Schallplattenschrank. Gefertigte aus dem gleichen Material wie die Boxen, nur etwas größer.
Vom Bauprinzip her der Boxone (<klick> lohnt sich, interessierte Käufer könne sich gerne melden) gleich. Hoch & schlank bauend, drei Vollauszugschubladen mit den Schallplatten drin, dafür aber in die Tiefe gehend. Was auch eine Umsiedelung ins DG sperrig machen wird. Außerdem, so ein Stück braucht auch um zur Geltung zu kommen, einen freien Raum.

Die neue Geschichte – heute

Wir schreiben den Sonntag mit der Zahl des 14 Tages des zweiten Monats im Jahre 2021. Da ja meine älteste Tochter wohnlich nun doch ihren eigenen Weg eingeschlagen hat, ist im DG ein Zimmer frei. Da wo was frei ist, kann was hin. Große Motivation was draußen zu machen habe ich heute (also mit diesen ersten Zeilen) nicht, zumal man sich dann ja um sowas kümmern kann.

Also dann mal wacker los, alles zusammen gekramt und ins Dachgeschoss geschafft um es dort zu positionieren. Hier und da wurde nach der ersten Entstaubung nochmals der feuchte Putzlappen geschwungen.

1 stereo aufbau_ergebnis

(noch ein paar Bilder gibt’s im Album <klick> und einen Film im Videoportal <klick>)

Dann begann der eigentliche Aufbau. Der ging eigentlich ganz gut von der Hand, eine Mehrfachsteckose in ein Wandsteckdose gesteckt, Verstärker umgewuchtet und dann den Dual drauf gestellt. Vorher alles verkabelt. Dann die Boxenständer ausgerichtet, die Boxen drauf gestellt und die dann ebenfalls angeschlossen. Hier mal ein paar Bilder.


Als erstes die Basis für die Dynaudio Gemini Boxen. Nachdem ich die Boxen fertig gebaut hatte, purzelte mir ein bester Kollege, seinerzeit Betriebschlösser in einem großen, ach was riesen Stahlwerk, die Ständer zusammen.
Ich war jetzt gerade extra nochmals oben und hab es nachgemessen. 3,5mm ist die Materialstärke und die Ständer selbst sind gute 71cm hoch. Wie man auf den beiden Bildern sehen kann, gibt es eine v-förmigen Querschnitt der Aufrechten, die zudem von unten weg schräg nach hinten oben laufen. Dem Kollegen ließ ich gestalterisch freie Hand. es gab, so meine Hirnwindungen, nur eine paar Absprachen und eventuell eine Skizze.

Fakt ist, stabil sind die Dinger, selbst wenn die Gemini oben drauf mal richtig Bums machen sollten, da schwingt erstmal nix mit an Material. Der Einfachheit Haber hab ich das rohe Stahlmaterial, was gesandstrahlt ist, gegen Rosteinwirkung mit Sprühwachs aus dem Automobilzubehör behandelt.

Zum Boden hin, aber auch die Stellfläche für die Boxen selbst, befinden sich dicke Gummimatten. Ein weiteres Feature um gegen Schwingungsübertragung gewappnet zu sein.


Nach den Boxenständern die Dynaudio Gemini Boxen selbst. Ich muß leider feststellen, der audiophile Liebhaber wird von mir keinerlei Daten erhalten. Ich fasse dieses Thema also so zusammen, wie es Bentley oft pflegte dem Kunden gegenüber zu äußern. Genug. Punkt.

Ich habe in der ganzen Zeit weder den Verstärker und damit auch nie die Boxen so aufgedreht, daß da ein Limit zu hören gewesen wäre. es würde schlichtweg laut, zu laut. Da tuen dann einem die Ohren weh. (Technische Angaben zu den Boxen kann ich aber auch auf die Schnelle nicht so ausfindig machen. Habe aber mal Dynaudio via derer Homepage angetextet.)

Es handelt sich grob um ein Zweiwegsystem. Dabei sind die beiden großen Membranen für die tiefen, aber auch für die mittleren Tonlagen zuständig. Da so eine Box als Konstruktion von innen hol ist, erzeugen die Membranen auf der Rückseite, also im Inneren der Box noch eine besondere tiefe Tonlage. Dies nennt man dann auch Bass-Reflex. Dieser besonders tiefe-satte Ton kann auf der Rückseite der Box durch zwei runde Öffnungen entweichen und so das Tonbild der Box erweitern.
Die hohen Töne werden durch die kleine Membrane in der Mitte erzeugt. Ende aus Micky Maus. Seinerzeit herrschte die Meiung vor, das so ein Zweiwegsytem eine sehr gute Sache sei. Denn je einfacher ein System aufgebaut ist, des so besser kann die Elektronik dahinter, die Weiche welche im inneren der Box steckt agieren. Wen man mehr als ein Zweiwegesystem hat, muß die Weiche als Steuerungseinheit auch aufwendiger sein. Und da ich ein Freund von einfach aber vor allem überzeugenden Lösungen bin… .

Die Orginalabmessungen von 44 x 17 x 34 cm H x B x T habe ich seinerzeit eines Designfeatures erweitert. Die Gehäuse hatte ich nicht mehr aus dem MDF Material gearbeitet, weil ich inzwischen ein Mahagoni Multiplex Material ausfindig gemacht hatte.
Dies stammt aus dem Schiffsbau, war in seiner Optik aber auch in Sachen der Stabilität, also auch eines vermeintlichen Eigenschwingungverhalten dem MDF ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen.

Das Thema Holzschutz und Raubbau tauchte damals gerade so auf, war also noch nicht so ganz im Fokus aller Überlegungen. Anders gesehen, ist dieses Material extrem lang haltbar. Ist zwar nur Schönrederrei, ist aber trotzdem so. An der Stelle sei gesagt, heute hätte man ganz andere Möglichkeiten vergleichbare Hölzer in ähnliche oder gleicher Qualität aber unter Berücksichtigung aller Umweltaspekte zu bekommen.

Ich müßte jetzt noch nachmessen wie die Holzstärke des Materials wäre, mach ich aber gerade nicht (reich ich dann mal nach, genau wie die aktuellen Abmessungen), aber es ist so um die 2cm stark.

Da das Material aus dem Schiffbau kommt, hat es auch eine Stempel des germanischen Lloyd. Das ist ein Zertifikat der für die Beständigkeit und damit auch für die Qualität des Material bürgt. Oder anders gesagt, ich meine der Quadratmeter der Plattenware hatte so grob 350DM gekostet.
Ich meine für die Boxen wären an Material auch noch ma´ knapp 1.000DM drauf gegangen. Kann ich aber wirklich nicht mehr sagen.

Gut, kann man auch als Qualitätsmerkmal sehen. Jetzt fragt mich aber nicht wieviel ich davon gekauft hatte? Ich weiß es nicht mehr, es waren aber schon ein paar Quadratmeter, denn ich habe ja auch noch den Schallplattenschrank aus dem gleichen Material gebaut.

4 stereo box dynaudio gemini_ergebnis

Noch ein paar Einzelaufnahmen. Gut zu erkennen auf der Rückseite die beiden Rundöffnungen für den Bass-Reflex-Effekt und da darunter der Anschluss für die Kabel. Vergoldete Schraubanschlüsse, waren im Preis mit drin, soll den Klang verbessern.

Der Grundaufbau ist dem des Schallplattenschrank gleich. Die Vorderseite und der Deckel ist auf Gehrung zusammen verleimt (beim Schallplattenschrank stößt die obere Schublade auf Gehrung an den Deckel). Der Maserungsverlauf ist länglich, außer am unteren Ende. Dort gibt es einen keinen Riegel als Querverlauf. Ein sehr kleines und unscheinbares Gimick, aber es ist da.
Die Oberfläche des Mahagonimultiplex ist nur geölte also nicht lackiert. Das hebt den optischen Eindruck und schweißt das tolleHolz nicht in einen Lackier. Zumal auch die ernsthafte Frage bestünde, warum ein so mega unempfindliches Material lackieren?

Ein weiteres Gimick sind die Seitenteile. Jene sind aus Red-Zeder Leimholzplatten (von Osmo) gefertigte und habe nur eine optische Funktion.
Und das ist dann auch der Grund, warum die Boxen breiter sind. Denn die Front als auch die Oberseite überdeckt die Seitenteile, so das jene sich in den Korpus einfügt.

Red-Zeder ist ein eher leichtes Holz, hat aber einen sehr angenehmen Eigengeruch (finde ich). Optisch fand ich das vor allem zu den sonstigen Mahagoni-Oberflächen einen guten Gegenpol. Natürlich ist auch dieses Red-Zedernicht lackiert, sondern auch nur geölt.


Damit die Membranen aber auch in Schwung kommen, bedarf es noch einem antreibenden Pärchen. Als erstes der Tonabnehmer, alias Schallplattenspieler. Jener ist ein Dual CS 503-2.

Da es sich um fertige Technik handelt, möge der Interessierte dem hinterlegten Link der Produktbezeichnung folgen. Schwarz, nicht aufdringlich, keine High-End Technik tut aber seinen Dienst. Besser ginge immer, wenn man denn nicht noch andere Hobbys hätte.


Hier die elektrische Einheit als Tonverstärker, was ihm dann damals den probaten Titel Verstärker verlieh. Es handelt sich dabei um einen Sony 730 ES, auch hier sind technische Informationen hinter der Produktbezeichnung hinterlegt. Was das Teil alleine wiegt, kann ich nicht sagen, erwähnt ich ja bereits. Ist auf jeden Fall mal nicht leicht.

Da wird noch eine echte Kupferspule zwecks Energieversorgung verbaut sein. Auch das Gehäuse ist noch aus echtem Blech, die Vorderseite wohl aus massiven Aluminium gefräst. Heute undenkbar, jedenfalls in der Preisklasse. Wahnsinn, ich sehe gerade nach kurzer Recherche, in der Bucht wird für ein neuwertige Gerät…

…immer noch satte 989 Euro gefordert. Ich wüsste jetzt nicht, daß ich damals im echten Laden soviel dafür auf die Kassentheke gelegt hätte? Hammer, könnte aber grob hinkommen. Eventuell hab ich ja ein Sommerschluss-Schnapper bekommen?

Ja und weil´s so schön ist, nochmal das Pärchen im Verbund.

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At last, quasi noch als Dreingabe, der Sennheiser HD 540 reference gold Kopfhörer.

Etwas unschön ist, daß sich sowohl die inneren Polster verabschiedet haben, als auch die äußeren Polster der Kopfmuschel so langsam anfangen zu altern. Noch unschöner ist, schon vor Jahren hab ich mal Sennheiser dazu angeschrieben und gefragt, ob es dafür Ersatz gäbe. Leider sah man sich außer Stande da was für den Kopfhörer zu tun.
Reference gold Qualität geht wohl nicht mehr mit der aktuellen Firmenpolitik überein.

Aber auch hier eine kleine positive Überraschung, ebenfalls in der Bucht gibt’s zumindest ein Angebot zu wohl original Ladenpreis.

Aber auch hierzu gibt es eine Gedichte hinter der Geschichte. Damals hatten wir wo als Schreiner für einen Hifi-Ladeninhaber einen neuen Laden gebaut. Im alte Laden war dieser Kopfhörer im Schaufenster zu sehen. Da ich zu dem Zeitpunkt noch ein einfacheres Modell aus dem Hause Sennheiser hatte, der aber nun wirklich mal deutlich am Ende war, wie schon gesagt das leidige Kabelbruchproblem, was dann ja nicht am Kabel selbst ist, sondern an dem Stecke im Kopfhörer selbst, konnte es ruhig was Neues sein.

Da man damals ja schon sehr gut in Lohn & Brot stand, war dieser Kopfhörer quasi mit den Spesen drin.


Ja und so läuft die ganze Schose jetzt hier im ehemaligen töchterlichem Zimmer.

03:10Uhr/ 15.02.2021

Februar 15, 2021

Morgengruß: und der Wahnsinn hat kein Ende! *lach* Heute noch so früh aus den federn gekrochen und morgen auch nochmal, dann hat der Spuk ein Ende. Ich hoffe, daß dann auch im verlauf der Woche das Wetter mal langsam einen auf Frühling macht.

Sport & Alltag/ Stories of life: der gestrige Tag war eher sehr ruhig. Ja ich war nicht mal großartig draußen. Im Grunde hab ich nur die Jüngste mit der Blechkutsche zu einer Freundin gebracht und beim Training war ich dann auch für viermal für einen Übungspart draußen. In der Fitness-Garage hab ich auch mal den Kopp rein gehalten und noch den Heißluftföhn vom Vortag weggeräumt. Und natürlich auch die Feuerschale gereinigt und weggestellt. Das war’s dann aber auch mit frische Luft. Denn einen Großteil des Tages hab ich damit verbracht, meine Stereoanlage in das ehemalige Zimmer meiner Ältesten auf zu bauen.

So schaut das zur Zeit aus. Natürlich hab ich auch gleich den Plattenteller reichlich drehen lassen, dabei hab ich dann mein Training gemacht. Einen ausführlichen Bericht dazu hab ich schon reichlich torgetippt, hab ihn dann aber doch nicht fertig bekommen. Wird nachgereicht.

Also, habt einen schönen Tag und bleibt bitte gesund!

Omaha Beach – EINEMILLION Handgriffe

Oktober 30, 2018

Bikealltag/ Stories of life: ich hatte schon ein ganze Zeit lang immer wider mal den Gedanken ein paar alte Stories aus meinen anderen-alten Blogs rüberzuziehen. Gar nicht so einfach, wenn man erstmal wissen muß, wie war doch gleich das Login ? Aber nun hier die erste Story, von damals halt. Ja ja, ich weiß, alte Männer, Wehmut und langweilige Geschichten…

*lach*

Einige Minuten zum nachdenken

6. juni 1944 ( D- day ) die Klappe des Landungsbootes öffnet sich, die Füße stehen im frischem Erbrochenen, unsere ganze Ausrüstung ist feucht bis auf die Unterhose es ist eng und es liegt ein Geruch in der Luft, den keiner so richtig beschrieben kann. Schweiß, Angstschweiß, salzige Seeluft und die Schmauchwolken der Geschosse die unablässig von hinten, von unseren eigenen Leuten kommen und von vorne aus dem Lauf dieser verdammten nicht sichtbaren MG´s die da irgendwo aus dem Sandhaufen unaufhaltsam auf uns schießen.

So, oder so ähnlich.

Es ist nicht so das ich diese Szene oder den Krieg generell glorifizieren will. Ganz im Gegenteil. Der film “Der Soldat James Ryan” zeigt die Sinnlosigkeit, Grausamkeit und vor allen dingen die Ohnmacht als Normalzustand eines Krieges. Im Krieg gibt es keine Gewinner. Und dennoch ist mir damals genau dieser Begriff Ohama Beach eingefallen als, wir mal wieder eine Montage hatten.

Erlangen sollte diesmal der Ort des Geschehens sein. Ich hatte gerad eine meiner besten Freunde in der damalige Firma untergebracht, wo ich auch beschäftig war. Wir brauchten einfach Leute, gute Leute. An einem Freitagmorgen hatte ich ihn in der Funktion als Monategleiter angerufen, noch im Beisen meines Chefs. Wir hatten gemeinsam die letzten Montagen für diesen Roll-out-job durchgesprochen und ganz nüchtern festgestellt, daß das nicht mit den Leuten zu machen war die wir bisher hatten.
Nicht etwa grundprinzipiell, aber die wenigen guten Leute, wurden auch dringendst für andere wichtige Aufträge benötigt.

Kurz um tauchte also die Frage auf, ob ich nicht noch jemanden kennen würde ? Und eingefallen ist mir nur mein damaliger bester Freund. Einer von der Sorte, auf die man sich zu 200% verlassen kann und auch intimste Details besprechen kann ohne Gefahr zu laufen, das es am nächsten Tag alle wüßten. Also riefen wir ihn an, ich sagte ihm worum es geht und gut war.

Er wußte natürlich schon genau was für ein verdammter Blowjob, anders konnte man das einfach nicht nennen, gerade diese Montagen waren. Die Hölle auf Erden, live uncut und mindestens 13 Arbeitsstunden am Tag volles Rohr durch. Er wußte es, mein Boss wußte es und mein Boss wußte das mein Freund es auch wußte. Es gab keine Geheimnisse. Und wir wußten alle: genau damit lässt sich gutes Geld verdienen. Denn mindestens 200 Einrichtungen sollten stattfinden. 200 mal einen sicheren Auftrag.

Nach dem Telefonat machte ich Feierabend. Mein Freund unterschrieb einen Arbeitsvertrag am Machmittag, am Sonntag saßen wir im Auto Richtung Erlangen. Ich fuhr zunächst mit unseren Jungs. Vier waren wir immer für diese Art der Montagen. Drei Jungs also die die nächsten 6 Tage ( zwei Einrichtungen je 3 Tage ) das eigentlich Unmögliche möglich zu machen, ganz so als hätten wir nie etwas Leichteres gemacht.

Gemeinsam sprachen wir einige Punkte auf der Fahrt noch mal durch. Punkte die der Neuling in der Truppe unbedingt wissen mußte – aber unmöglich behalten könnte, da es abertausende Kleinigkeiten waren. Zum Glück waren diesmal noch zwei weiter fähige und verlässliche Jungs mit an Board. Der Jüngste auch ein gelernter Schreiner.
Sein liebster Spruch war: „bei der Montage kannst´e dir das BATMAN- Kostüm anziehen.“ Soll heißen Gas geben ohne Ende. Der zweite Mann, war der Gutherzigste unter uns. Er hatte eigentlich nichts gelernt, war aber körperlich topfit – Kampfsportler was ich auch an ihm schätze.

Mein Freund wurde immer ruhiger nach den Schilderungen. Hatte er tatsächlich geglaubt, daß was ich ihm vorab erzählt hatte wäre nicht wahr gewesen oder bloß übertrieben ? Oder waren es jene Kilometer die verstrichen, bis wir da waren ? So kurz vor dem Ziel fiel mir dann diese passende Namensgebung ein. “J. glaub mir du mußt es dir so vorstellen wie in Ohama Beach. Du kennst doch den Film James Ryan der gerade in den Kinos läuft ? Das Landungsboot kommt zum Ufer, die Klappe öffnet sich und von vorne hält einer das MG rein.

Es wurde still, nur kopfnickendes Zustimmung.

Den Rest der Weiterfahrt, nach einer Zigaretten- u. Kaffeepause, verbrachte ich im auto unseres Montageleiters des Auftraggebers. Der hatte ein eklatantes Problem: er hatte nie eine Ahnung wo er war, also so mit dem Finger auf der Karte. Und er war nicht sehr beliebt in seiner Firma. Ich mochte ihn aber und ich behaupte mal, wir beiden kamen auch gut bis sogar sehr gut klar.

Die Anfahrt verging und wir checkten pünktlich im ETAP- Hotel ein, fünf Einzelzimmer hatte ich reserviert. Ich schätze diese Hotels noch heute. Du weißt immer das du nicht viel bekommst – aber du weißt ganz genau was du bekommst – überall in ganz Deutschland und zum Teil in Europa. Keine Überraschungen, wie Tierchen in den Zimmern, herunterfallende Kacheln im Bad, verschmorte Teppiche, siffige Vorhänge und teures aber dafür völlig ungenießbares Frühstück, oder noch schlimmer KAFFEE von der Sorte Spülwasser !

Wir verbrachten noch einen netten Abend in der Altstadt von Erlangen, aßen lecker und der ein oder andere trank auch ein Bierchen. Es wurde viel gequatscht auch oder gerade über den Job, auch wenn es eigentlich keiner wollte. Natürlich wurde dem Neuen viel aus der Nase gezogen, er gab sich seinerseits tapfer und siegesgewiss. Optimismus war wohl seine persönliche Devise der Stunde. Eine sehr sehr gute Devise. Die Nacht war kurz.

Pünktlich um acht standen wir wie immer vor der Pforte des Baumarkts, wo die Montage stattfinden sollte. Eine Ausstellungsflächen und Regalmontage für unseren amerikanischen Endkunden, der gerade auf dem deutschen Markt Fuß fassen wollte. Jener Endkunde war einer der größten Sanitärhersteller der Welt und wir hatten drei Tage, EINEMILLION Handgriffe so abzuwickeln, daß es keine Ausrutscher oder Eventualitäten gab.

Jeder hatte seine Aufgabe. Zwei Mann schafften zwei Paletten Werkzeug rein, ließen es am Eingang kontrollieren um nicht beim Verlassen der Baustelle Irrtümern zu unterlaufen, man hätte Werkzeug entwendet, was ohne jeden Zweifel ein deutschlandweites Hausverbot und somit auch ein jähes Ende aller weiteren Folgeaufträge bedeutet hätte. Klauen war nicht ! Das bläute ich allen immer wieder ein. Es wurde nur gekauft, auf Rechnung, oder über den Baumarkt hauseigenes Werkzeug bzw. ausgeliehen.

Ich begab mich meistens mit dem Bauleiter des Kunden ( nicht Endkunde ! ) zu den Ausstellungsflächen, vermaßen alles um Ungenauigkeiten gleich von Anbeginn klar zu eliminieren. Es gab diesbezüglich genauste Absprachen – alles was geändert, verschoben oder Mehrarbeit bedeutet hätte, hätte vorab schriftlich fixiert werden müssen und in Auftrag gegeben worden müssen. Denn es hätte zusätzliche Kosten und für uns zusätzlichen Gewinn bedeutet.

Allerdings waren wir zu diesem Zeitpunkt alles andere als scharf auf Zusatzarbeiten, Geld hin oder her. Wir hatten nur drei Tage, einen nicht geringen Baumumfang ( es gab insgesamt 7 Ausstellungsgrößen, wovon 7 die größte war und 1 halt die kleinste ) und wir hatten damals eine 6 gezogen.

Dann raus zur Warenannahme. Unser LKW mit dem Baumaterial war schon da. Wir leiteten die Entladung ein und begutachteten auch unsere Bauteile auf Beschädigung durch Transport bzw. auf erste Vollständigkeit.

Der Endkundenbauleiter, inzwischen eingetroffen, wurde nur schnell per Handschlag begrüßt, denn auch seine Ausstellungsstücke/ Produkte waren gekommen. Er mußte ebenfalls alles penibel kontrollieren.

Anschließend wurde alles gemeinsam zur Austellungsfläche in 1 OG gezogen, gedrückt, getragen – unter anderem eine 275kg schwere Metallgußbadewanne – Leergewicht wohlgemerkt ! – oder sonstwie bewegt.

Oben hatte schon einer unserer Jungs das Werkzeug platziert und J., so glaube ich, wurde erstmalig klar worauf er sich eingelassen hatte. 20 Paletten mit unseren Ausstellungsbauteilen und in etwas grob geschätzt 30 Paletten Sanitärprodukte ( ein dutzend Badewannen, Duschen, Duschecken u. – Abtrennungen, ca. 150 Wasserhähne, Waschbecken aller Größen und Bauart, Toilettentöpfe mit und ohne Spühlkasten und und und und… ).

Frühstückspause nach den ersten drei Stunden ohne das nur ein Bauteil in irgendeiner Form fertig gewesen wär. “Und ihr wisst auch alle genau wo was hinkommt ?” so in etwa lautete die frage von J. .

Ja wir wußten es und ich hatte sogar einen Aktenordner wo ich alles genaustens dokumentiert hatte. So genau, das ihn der Endkundenbauleiter, der Kundenabauleiter und sogar die Konkurenz- u. Fremdanbieter gerne gehabt hätten. Denn gerade die Fremdanbieter brauchten für eine ähnliche ( aber bei weitem nicht qualitativ vergleichbare Ausstellung ) 7 tage. Wir waren immer in 3 Tagen fertig. Das war sogar vertraglich fixiert. Und nur dafür gab es Geld.

Die Frühstückspause, die letzte Pause an diesem Tag bis in den Nachmittag hinein. Bis ca. 15:00 gab es nur noch eins. Malochen bis der Arzt kommt. Ich schnappte mir meinen Freund, die anderen beiden wussten schon längst was zu tun ist, und empfahl ihm mir am Arsch zu hängen wie eine Klette.

Wir begannen Bauteil für Bauteil zusammen zu suchen. Immer die Baumappe mit den Aufzeichnungen dabei, erklärte ich ihm jeden Handgriff mit einem warum und wiso und warum nicht anders ausführlichst. Seine staunenden Augen wurden immer größer. Aber er hielt sich tapfer. Wir schafften und schafften. Teil für Teil wurde fertig und so langsam hatten wir wieder soviel Material verbaut, daß man von normalen Bewegungen auf der Ausstellungsfläche sprechen konnte.
Oft war es so das man erstmal Platz schaffen mußte um eine Fuß vor den anderen zu setzten. Dabei mußte man auch immer noch beachten, daß der volle Kundenverkehr herrschte. So manchen Kunde kam zu uns mit der Bitte um Hilfe oder der geschickten Frage: „gehören sie auch zum Bauamarkt ?“ Nein Leibeigene waren wir nicht. Wir versuchten alle stets Ruhe zu bewahren und freundlich zu bleiben.

Die Stunden rannten ins Land. Sorgsam eingeteilte Rauchpausen, ich natürlich nicht, mit etwas Pipi machen oder auch mal einen schnellen Kaffee. Nachmittags war dann Mittagspause. Die Crew zog sich zurück um sich mit Essbarem zu versorgen. Amerikanische Schnellrestaurantketten waren sehr beliebt. Ich verbliebt meist auf dem “Floor”, so wurde die Ausstellungsfläche stets benannt.

Das war ganz parktisch, denn so konnte ich ein Auge auf das Werkzeug haben und oft noch weiter basteln. Es gab immer was zum basteln, denn nicht alles was vom Kunden kam oder uns an Material geliefert wurde passte auf Anhieb.

Wenn die Crew wieder da war, meldet ich mich meist zur Mittagspause ab. Die fand für mich zu 90% im Baumarktpausenraum statt. Eine Dose Ravioli, eine Coke, zehn Minuten die Augenlieder hängen lassen und dann wieder los. Oft kam noch der Endkundenbauleiter zu mir, der Auftraggeberbauleiter, der Baumarktsanitärmitabreiter, das Mobil klingelte… . Ich war nie so richtig alleine – eine schöne Zeit, wenn man weiß man(n) ist nicht alleine. Oder nicht ?

Der Tag wurde mal wieder sehr lang. Nach Geschäftschluss um 20:00 Uhr schafften wir noch „etwas“ Ordnung. Zweieinhalb stunde lang. Pappkartonagen vom ersten OG ins EG und dann in die Papppresse. Tagsüber war der Aufzug zu oft besetzt oder die Papierpresse wurde anderweitig benötigt. Man will ja nicht unangenehm auffallen und  andere Menschen bei der *ironie an* Arbeit stören *ironie aus*. Außerdem ein letzter Check, was wurde geschafft, was fehlt, nochmal mit dem liefernden Schreiner telefoniert was wieder geändert werden muß für die nächste Einrichtung etc..

Der erste Tag war rum und wir hatten ein Ziel erreicht: wir waren alle noch am Leben. Das gemeinsame Abendessen, eine Dusche etwas Einschlaf-TV und die Nacht hatte wieder einen neuen Gast. Wenn auch nicht für lange Zeit. Alternativ verbrachte ich oft auch noch ein zwei stunden über meiner Baumappe um Neuerungen und Verbesserunge zu notieren.

Die zwei anderen Tage waren nicht viel anders. J. gestand mir wenige Wochen später, daß er am zweiten Tag ernsthaft überlegt hatte wieder zu kündigen ! Was mir dabei einfällt, ich weiß gar nicht mehr ob ich ihn gefragt habe warum er überhaupt geblieben ist ? *grübel*

Jedenfalls wußten wir es am Ende der Woche, nach gute 60- 70 Wochenstunden, etlichen Kilometern auf dem Buckel, oft über tausend, hatten wir es wieder geschafft.

Das Schönste war wenn die “Amis” selbst da waren ! Es gab kein “SIE” und keine Langeweile. Amis rennen immer in Poloshirts rum. Jene haben kurze Ärmel und brauchen deshalb nicht hochgekrempelt werden. Denn sie haben immer voll mit angepackt. Irgendwann hat mich mal einer gefragt, wie ich das immer so Schafen würde ? Denn sie waren stets Fettich wie Brötchen.
Leider haben sie sich nach den ersten zwanzig Einrichtungen zurückgezogen. Nur noch gelegentlich sah man sich. Auf der Messe oder mal am deutschen Firmensitz.

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen. In der aktiven Montagezeit für diesen Endkunden, habe ich im Schnitt monatlich 270 Stunden gearbeitet, davon 210 Stunden auszahlen lassen, den Rest auf ein Überstundenkonto geparkt. Bei dreißig Tagen Urlaub und einer Flautezeit im Sommer habe ich oft einen Monat zusätzlichen Urlaub von den angesammelten Überstunden bestritten – bei vollem Lohnausgleich versteht sich. Dafür hatte die Woche meist sechs bis sieben Tage kaum unter 13 Stunden am Tag.

Für diesen Job wurden über 250 Ersteinrichtungen, über 200 Zweiteinrichtungen und etliche Umbauten abgewickelt. Deutschlandweit, Österreich, Tschechoslowakei, Polen. Sogar Moskau und einige andere große russische Städte waren im Gespräch. Da waren wir dann aber nicht.

Ich wechselte nach gute 20 Einrichtungen die Firma und ging direkt zum Auftraggeber, nachdem mich ein Endkundenbauleiter angerufen hatte und mir den Tipp gab, eine große Messe- u. Ladenbaufirma.

Nach weiteren etwas 20 Montagen, mit neuer Crew – und nun endlich stressfrei ! – fragte man mich ob ich eine Computer bedienen kann. Ich sagte ja: “ich kann ihn an und aus machen.” “Das reicht, den Rest zeig ich dir” und fortan saß ich im Büro und wickelt vom Schreibtsich/ PC aus die restlichen Montagen ab, entwickelte neue Bauteile für neue Produkte, plante die Messestände mit und “hielt Händchen”.

Solange bis der Tag X kam.