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Damals

Dezember 5, 2009

bin gerade mal hier drauf gekommen, wie war das eigentlich „damals“ ?

Also natürlich sind wir damals auch schon immer zu Fuß oder eben mit dem Fahrrad durch die Gegend gezogen. Distanzen im Umkreis von 8- 10km waren unser Gebiet.

Mein erstes Fahrrad war so ein Kinderrad. Ich glaube dunkelmetalicgrün. Das habe ich gefahren bis es mir acht nummer zu klein war. Einige Kumpels bekamen schon größere Räder. Rennräder mit Zehngangschaltung oder so geile Bonanzaräder. Die waren natürlich die Kings. ich bin immer aber locker mitgefahren. Immer Vollgas und volle Pulle hinterher. In so mancher Kurve hat´s dann aber nicht mehr gereicht. Weiß nicht meh wie oft, aber wenn ich mal nicht mit blutenden Knien, Ellenbogen oder beides  nach Hause kam, war das wohl ne´ Ausnahme.
An eine Kurve kann ich mich noch genau erinnern. Wir haben ein Rennen gemacht um den Block. Start war der Eingang der Straße. Ich also Vollgas und habe ihm tatsächlich auf den ersten Metern ordentlich was abgefahren. Bis zur Kurve. Da gings dann geradeaus für mich – auf den Knien und Ellenbogen bis auf´s Fleisch. Mein gott hab ich geheult – glaube ich. War aber echt übel.

Da gab´s dann endlich ein großes Rad für mich. Ein Klapprad, welche wohl damals so rauskamen. Da gab es dann schon Felgenbremsen – keine Stempelbremsen und Rücktritt wie beim Vorgänger.
Auch hier gab es wieder etliche Rennen und Abflüge vom feinsten. Ein Kumpel hatte mit mir mal ein Rennen über den Platz gemacht. Er hatte ein Zwölfgangrennrad, hatte mit mir aber ausgemacht, daß er nur einen Gang nutzen würde. Er hatte zwar mühe am Anfang überhaupt zu treten, dann zog er aber an mir vorbei. Das Klapprad habe ich dann irgendwann mal silber mit der Sprühdose lackiert.

Ich kann mich noch daran erinnern, daß wir damals in der Heimat mit unseren Fahrrädern immer zu einer alten Halde sind. die war zwar abgesperrt, aber mein Gott, wir waren jung und dort waren eben die Möglichkeiten, die wir suchten. Zu jener Zeit gab es den begriff MTB oder Cross fahren noch gar nicht, geschweige denn entsprechende Bikes. Das einzige was es gab, waren Motorcorss Motorräder und die fuhren eben auf dieser Halde. Diese Hald war eine Anhäufung von altem Abraum vom Bergbau, wo es haufenweise Hindernisse und Krater gab die man mit einer Motorcrossmaschiene oder eben mit einem Fahrrad befahren konnte. Natürlich war dort auch viel Wasser das man so herlich durchheizen(fahren) konnte. Es gab gigantische Steigungen, Abhänge und eben Krater und riesige Pfützen.
Einmal bin ich mit meinem Klapprad volles Rohr durch so eine Pfütze geheizt. Das heißt, ich habe es versucht. Die Fahrt wurde aber apruppt durch eine in der handhohen Pfütze liegenden Ziegelstein gestoppt, sodaß ich in voller Länge einen Abflug in die Brachpfütze machte. Natürlich hatte ich niegelnagelneue Turnschuhe an- weiß !
Naja dann nicht mehr. Ich sah aus wie Sau. Gab auch ordentlich ne´ Ansage mit duschen und so. Die Abhänge dort waren auch nicht von schlechten Eltern. Ich schätze mal die Halden waren so locker 20- 30 Meter hoch, die hänge so mit ca. 50% Gefälle, Schotter, Sand und Dreck.

Da sind wir runter.

…ohne Helm oder Protektoren, mit Felgenbremse vorne und Rücktritt hinten.

Mich wundert es noch heute, daß wir da ohne größere Stürtze runter sind. Kleinen Stürtze zählen natürlich nicht.

Mein nächtes Rad, mit zehn/ zwölf Jahren war ein Rennrad. Zwölfgang. das habe ich sehr lange gefahren. Bestimmt so acht Jahre. Dann hatte ich noch ein Rennrad von einem Kumpel aus der Lehre erworben. Für ein Handgeld – er war wohl klamm, fuhr eh kaum Rad und so kam ich an ein weiteres Rennrad ein Raleight. die Maschine war gar nicht mal schlecht, schon richtig auf niedriges Gewicht gebaut. Natürlich nicht zu vergleichen mit den heutigen ultraleichten Rennern.

Mit dem Rennrad haben wir, also zwei Kumpel aus der Lehre und ich, eine Tour nach holland gemacht. von der heimat aus mit drie mann richtung Holland. In Holland sind dann noch zwei, drei Mann mit dem Auto aufgetaucht. Die haben dann den dritten Mann wieder mit nach Hause genommen. Ich hatte noch nicht die Schnauze voll. Ich wußte noch nicht, daß ich es bereuen würde. Auf der Heimfahrt hat es mich dann dann ganz schön erwischt. Hatte einfach keinen „Saft“ mehr und der Kumpel ist mir ab der hälfte der Strecke kimometerweit vorgefahren. Er saß dabei aufrecht auf seinem Rennrad, hat sich eine gedreht und bei einem Zwischenstop hat er sich erstma ne´halben Liter Bier wegbekippt. Ich dachte, na gut jetzt müsste ich es doch wenigstens schaffen dran zu bleiben. Vergesst es, ich habe mich dann am Heimatsortseingang, wo ich den Weg schon alleine kannte, von ihm verabschiedet.
Am ersten Kiosk habe ich mir dann erstmal alle verfügbaren Riegel reingestopft, um wenigstens heile in die Badewann zu kommen. Na gut man muß schon sagen, ich bin damal auch täglich mit dem Rad gefahre. er aber auch. Und er wollte so in´s Triathlon einsteigen. Bedeutet, er ist mal am Wochenende so Touren von 100km+ gefahren. Aber ich bin angekommen und hab durchgehalten, das zählt. 120km laut seiner Aussage.

Das nächste Rad war ein Wunderwerk der Technik. Mal so ganz ohne finanzielle Sorgen gekauft. Und zwar vom Schichtarbeiter Geld bei einem Dreieinhalbmonatsjob.
Und jetzt kommts: ich bin damals in ein Radgeschäft – Radhaus genannt  und habe mich beraten lassen. Das war einer jener Radshops die damals so aufkamen und von einem arrangierten jungen Selbstfahrer gemacht wurde. Er nahm sich richtig Zeit. Bestimmt drei Stunden haben wir gequatscht. Er bot mir dann an, daß ich das Rad mit seiner Hilfe und em vorhandenem Werkzeug selbst zusammenschrauben könnte. Diesen Service bot er immer Montags an. Und so habe ich an zwei Tagen glaube ich mein Rennrad aufgebaut. Faggin Stahlrahmen, vollverchromt und dann abgesetzt schwarz lackiert. Die weißen Streifen an den Übergängen sind noch von Hand gemacht. Sieht top edel aus. Dreifachkurbelt vorne und hinten ein Sechsfachkassette – macht damals schon 18 Gänge, rein rechnerrisch. Damit habe ich dann auch schön fleißig Kilometer gemacht. Auch hier in der neuen Heimat.

Das alles mit dem Anschaffen des Rennrades ist vor dem anmelden zum Führerschein passiert. Also man beachte: erst Fahrrad aufbauen und dann Führerschein machen. Ja so ist das richtig.

In der alten Heimat bin ich damit auch noch zum Job gefahren. Jeden Tag schon 11,5km quer durch die Stadt, jeden Tag bei Wind und Wetter. Nach dem ersten Winter wollte ich dann aber das Rad nicht mehr nutzen – es war mir zu schade. Und so bin ich wieder in das Radhaus gefahren und hab mir ein Zweitbike gekauft. War so einen Aktion, wo er so einen Art Trekkingräder mit Schutzblech und Gangschaltung, also Allwettertauglich, die er, als der Radhausbesitzer, in „größerer“ Stückzahl aufgebaut hatte und dann verkauft hatte.

Dannach kam dann erstmal lange nix, dann meine ersten Gehversuche im täglichen Arbeitsfahrten und dann meine aktuelle Variante.