Archive for the ‘Channel Night Challenge’ Category

41.455km/ 19.12.2020/ Channel sun-up Challenge…

Dezember 19, 2020

Bikealltag/ The Cure – Forest/ crazy Fahrten/ Biketouren/ Channel Night Challenge/ Nacht-Touren/ Bike- & Biketouren Bilder: und jetzt hier die ganze Geschichte, in gewohnter Form also in epischer Länge.

Die Story hinter der Story

Nachdem die regulär Channel Challenge aufgrund der wohl bekannten Umstände nicht so stattfinden konnte, tat sich mal wider der Gedanke auf, daraus doch eine Nachtfahrt zu machen. Ein wenig inspiriert hatte mich auch die NightOfThe100Miles, diverse Fahrten morgens in der Dunkelheit oder auch in die Dunkelheit hinein. Eine Chil-Out-Nightride hatte ich ja schon im Frühjahr und jetzt erst vor kurzem gemacht und kann dabei nicht verschweigen, daß ich dazu noch eine nette Idee habe.

Jetzt tat sich im bekannten Umfeld der Radkollegen schon irgendwann mal jemand hervor, der schon von seiner Person her gut für eine Überraschung gut sein kann. Bisher konnte ich mich für ein stumpfes abradlen des Datteln-Hamm-Kanal in der Dunkelheit nie so recht begeistern.

Aber mit dem zweiten Durchlauf der gesellschaftliche Entschleunigung fiel auch dieser Gedanke irgendwie…
…in das Wasser des Datteln-Hamm-Kanal. Aber wie sagt man, tot geglaubt leben am längsten.

In den letzten paar Wochen mit den Anfahrten zum Job juckte es immer wieder. Auf der letzten Heimfahrten kam der finale Gedanke auf.

„Mach doch einfach eine Channel sun-up Challenge“, so früh wie möglich losfahren, dabei ganz viel Sternenhimmel bei klarer Nacht genießen und dann in den Sonnenaufgang rein fahren. Mit diesen Gedanken legte sich dann auch die Fahrtrichtung fest.
Nicht wie sonst üblich erst in Richtung Osten, sondern nach Westen zur Kanalmündung. So hätte ich auch das vom Untergrund hässlichste Stück dann hinter mir und könnte mich dann auf en Rest freuen.

Und so kam ich nicht drumherum. Es war einfach ein Ding zwischen mir und dem Channel. Es könnte nicht sein, daß ich das in diesem Jahr nicht fahren würde. Die Vorfreude und vor allem die innere Einstellung stellte sich dann auf der gestrigen Heimfahrt ein. Da ich eh gut müde war, fiel es mir auch nicht schwer früh zu Bett zu gehen. Die erste Beste Voraussetzung.

Die Channel sun-up Challenge als Tour

Ja ich geb es zu, man schon gut einen an der Murmel haben sich für ein derartiges Vorhaben den Wecker auf 03:03 Uhr zu stellen. Nicht das die Tatsache reichen würde am Tag gut 100 Kilometer mit dem Rad abzureißen, nein es war ja auch noch Dezember. Und jener Monat ist eben nicht für milde Temperaturen und schön Wetter bekannt.
Aber ich war das gewohnt und auch entsprechend vorbereitet. Ohne Vorbereitung geht da nix, in so fern…

Lustiger Weise war dann auch der Start um 04:14 Uhr. Etwas später als gedacht, aber ich mußte noch die Lenkertasche montieren und alle Sachen verstauen. Das Startbild.

(das komplette Bild -u. Filmmaterial findet Ihr im Album)

Und ab ging die Reise. Ich rollte zum Kanal, alias Channel hoch und kam recht gut in Schwung. Nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam und vor allem in eine Art Entspannungsmodus, der wohl aus der Freude kam.

Weite Teile der Strecke konnte ich im schwachen 15LUX-Modus mit meiner Lampe fahren. Die eigentlich zu hohe Einstellung hatte ich ja noch nicht korrigiert (wann auch?) und so gab es einen gute Lichtteppich, der aber auch nicht zu hell war. Irgendwie gefiel mir das. Jedenfalls kam ich zeitlich gut aufgestellt am Preußenhafen an.

Eine erste schnelle Riegel- & Trinkpause wurde eingelegt. Dann ging es weiter, leider ab hier etwas auf Umwegen. Dadurch das ja eine neue Brücke „geschlagen“ wird, kommt man eh nicht direkt am Kanal entlang. Die Umleitung wird aber auf jene Radtrasse geführt, die ich eh täglich zum Job kurve. Da bin ich dann also direkt drauf, so hab ich mir etwas Holperstrecke gespart.
In Höhe des Lünener Hafen ging dann das erste Holperstück los. Mit vollem Licht kam ich da aber gut durch. Kurz vor dem Hafenbecken in Waltrop war dann der zweite Stop. Die Akkus am Licht mußte getauscht werden. Ich nutze diesen Zwangsstop um auch wider gut zu trinken.

In Waltrop mußte ich dann auch die Kanalseite wechseln. ich mag ja diese Brückenüberfahrt so gar nicht, da Autoverkehr droht. Doch heute…
…Mucksmäuschenstille. Überhaupt war die Szenerie bis in den Anbeginn des Sonnenaufgang von bester Qualität. Es war eine sternenklare Restnacht, alles still und leer, viele Eindrücke gab es. Jedenfalls kam ich gut über die Brücke und ebenso gut bis zur Kanalmündung.

Die Pflicht rief, Bild machen, Riegel futtern und gut was trinken. Dabei lief ich im Kreis oder in einer Acht, damit die Füße und Beine in Bewegung bleiben und ich nicht unnötig kalt. Denn bis hierhin hatte es gute 0 bis max. 1c° aber in angenehmer Qualität. Nach dem opulenten Mahl ging es auch gleich auf die Rückfahrt. Kurz vor dem Lünener Hafen startete der Sonnenaufgang. Er tauchte den Horizont in ein ganz zartes Orange. Was für ein feiner Anblick. Den Preußenhafen hatte ich diesmal hinter mich gelassen und statt dessen meine nächste Pause auf einer Anhöhe am Seepark Lünen gemacht.

Mal zwei Bilder, ein kurz nach der Abfahrt geschossen. Und auch da wider wunderbare Szene. Der Morgentau oder auch an vielen Stellen der Frühnebel gaben sich ein Stelldichein mit der aufsteigenden Sonne. Ab hier wurd´s dann irgendwie…
…zääähhhhh. Irgendwie war der Wurm bei mir drin, die Kurbel kreiste immer langsamer, auch kleinere Gänge halfen da nicht so wirklich. Nach 2:40h war dann eine nächste Pause fällig, ma(n)n mußte sich auch mal „die Füße vertreten“. Außerdem wurd´s irgendwie immer kälter. Ich fuhr weiter und konnte es kaum fassen. Auch wenn die Sonne inzwischen gut über den Horizont lugte, ich kam kaum vom Fleck, es wurde stellenweise rattenkalt. Innerlich knobelte ich was es A. sein könnte und B. was ich tun könnte?

Heimkehren und das Ding doch nicht bis zum Ende fahren, war eine Option. Gut, nicht die Option die mir am besten gefiel, hätte ich aber auch gemacht. Ich beschloss erstmal bis zu den beiden weißen Brücken zu fahren und dort dann zu schauen. Gesagt getan, dort dann oben in die Sonne gestellt und mal die wärmere Trinkpulle aus der Lenkertasche gezogen. Von dem einem Liter wurden Dreiviertel in die Speiseröhre gekippt. Außerdem entsinnte ich mich des Energie-Gel, was ich schon gefühlt Jahre in der Jackentasche als Notreserve mitschlörre.

Geschmacksrichtung zum Haare aufstellen, Cashewkerne in  – gesalzen!!! Brrrrr! Da muß man aber schon gut am Ende sein um sich so´n Mist in den Rachen zu drücken. Für mich aber dann doch ein reizvoller Test. Geschmacklich ging das aber doch besser, als das was man liest. Trotzdem, kaufen würde ich diese Geschmacksrichtung nicht. Überhaupt hatte ich dann das Problem, wohin mit der Verpackung? Ein Mülleimer war nicht zu sehen, also mußte der Mist in die Keksdose.

Dieses dann auch etwas längere Pause brachte mich wider auf Trab und zwar so gut, daß ich an der fetten Bahnunterführung erstmal den Wasserhaushalt regulieren mußte.
Überhaupt, bei den bisherigen Channel Challenge Aktionen gab´s ja immer einen legger Currywurst-Pommes-Mayo am Preußenhafen. Aber dort war ja bei meiner letzten Durchfahrt noch alles dicht. Und woanders Pause machen hatte ich auch keinen Bock Beziehung weise wäre ja auch gar nicht gegangen. Eigentlich schade, denn gerade der gesellschaftliche Part ist ja immer ganz nett.

Dennoch, groß reinklotzen war nicht mein Plan. Mein letzter Wendepunkt wäre die Schleuse in Werries gewesen. Wenn das bis dahin aber gut klappt, dann schafft man auch den Rest. Und so war das dann auch. Zuvor passierte ich aber wider das zukünftige Pier 9 Hotel Gelände.

Hab ich ja auch voll Bock drauf. Half aber alles nix, ein Meters wollten noch gemacht werden. Und so rollte ich zuverlässig wie ein gut geschmierter Trecker, also nicht besonders rasant, aber eben konstant dem Kanalende entgegen. Das Beweisfoto wurde gemacht…

…Wasser zugeführt und die Keksdose in Angriff genommen. Zuvor bin ich einem Angel ich über seine Rute gefahren, die er aber entschudigender Weise auch blöd hingelegt hatte. Ist aber nix passiert. Nachdem ich wider Sonne getankt hatte, rollte ich wider los, bis ich…

…ach ja! Auf den letzten Metern zum Kanalende hin hatte ich bemerkt, daß es am Hinterrad irgendwie eirig oder gar schwammig geworden war. Hatte mein Laufrad eine Acht? Also stieg ich wider kurz nach dem Start ab und begutachtete kurz das Hinterrad. Ich entschloss mich die ja erst gestern bewährte Luftpumpe mal an zu setzten, denn auch der Profidaumendruck meldete irgendwie wenig Luft in der Pelle. Und siehe da, daß Manometer stieg bei unter 3bar ein. So wenig, da muß das ja rum eiern. Es ging dann aber besser vorwärts, wenn auch eventuell mit einem Tacken zu viel Luft. Es federte nicht ganz so wie soll. Kann man aber mit leben und dann at home korrigieren.

Letzte Stop, eigentlich, am neuen Ruderhaus hier im Dorf. Man hatte ja lange gebaut und ich wollte mir das mal genauer ansehen.

Chic gemacht, nicht gerade ein Schandfleck. Ein junger Mountainbiker nutze diverse Stellen um seine Fahrtechnik zu üben. Treppe rauf hatte ich so auch noch nicht gesehen. Da ich eh am filmen war… <klick>. Ich fand das gut, machte mich dann aber doch wider vom Acker.

Den dann aber wirklich letzten Stop gab es kurz vor dem letzten Kanalstück. Dort hatte ich schon auf der Hinfahrt Birkenäste in guter Statur erspäht. Da ich ja seit neusten eine gut große Feuerschale hab, braucht es auch an dem nötigen Brennstoff. Kleinholz für den Outdoor-Holzvergaser hab ich ja, aber dickere Äste oder gar Scheitholz eher nicht. Also griff ich mal zu, verlud alles noch irgendwie am Bike…

…und fuhr dann aber doch schnurr straks zur Burg. Natürlich war nach der Ankunft wider eine gründliche Pflegeeinheit fällig. Warum kann man an diesen beiden Bildern sehen.

Das linke Bild zeigt den Tretlagerbereich das Rades. Wenn sich da genug Schlampes gesammelt hat, streikt regelmäßig das Schaltwerk an der Kurbel. Ich muß dann das Rad auf den Kopf stellen und manuell umstellen. Das rechet Bild zeigt den Schaltwerkkäfig, als jener ist unter dem Drecksrotz. Zum Glück gibt’s da keine Probleme. Aber jetzt ist wider alles gut. Auch die Wäsche ist gewaschen, steckt im Trockner oder ist aufgegangen, zwei Teller Mittagessen sind schon lange Geschichte und ich bereite mich mental auf ein Abendbrot vor. Burger und Pommes wär jetzt so ein Ding. Kalorien satt.

Das Ende

Ja, auch wenn der zähe Part es so ein wenig in sich hatte, ich habe diese ´n Tag bestens genutzt. Es hat sich gelohnt das sehr frühe Aufstehen. Alleine schon wegen dem Sternenhimmel. Die nächste Tour wird aber entspannter, also nicht so lang.

Habt noch ein schönes Wochenende und bleibt gesund!