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41.455km/ 19.12.2020/ Channel sun-up Challenge…

Dezember 19, 2020

Bikealltag/ The Cure – Forest/ crazy Fahrten/ Biketouren/ Channel Night Challenge/ Nacht-Touren/ Bike- & Biketouren Bilder: und jetzt hier die ganze Geschichte, in gewohnter Form also in epischer Länge.

Die Story hinter der Story

Nachdem die regulär Channel Challenge aufgrund der wohl bekannten Umstände nicht so stattfinden konnte, tat sich mal wider der Gedanke auf, daraus doch eine Nachtfahrt zu machen. Ein wenig inspiriert hatte mich auch die NightOfThe100Miles, diverse Fahrten morgens in der Dunkelheit oder auch in die Dunkelheit hinein. Eine Chil-Out-Nightride hatte ich ja schon im Frühjahr und jetzt erst vor kurzem gemacht und kann dabei nicht verschweigen, daß ich dazu noch eine nette Idee habe.

Jetzt tat sich im bekannten Umfeld der Radkollegen schon irgendwann mal jemand hervor, der schon von seiner Person her gut für eine Überraschung gut sein kann. Bisher konnte ich mich für ein stumpfes abradlen des Datteln-Hamm-Kanal in der Dunkelheit nie so recht begeistern.

Aber mit dem zweiten Durchlauf der gesellschaftliche Entschleunigung fiel auch dieser Gedanke irgendwie…
…in das Wasser des Datteln-Hamm-Kanal. Aber wie sagt man, tot geglaubt leben am längsten.

In den letzten paar Wochen mit den Anfahrten zum Job juckte es immer wieder. Auf der letzten Heimfahrten kam der finale Gedanke auf.

„Mach doch einfach eine Channel sun-up Challenge“, so früh wie möglich losfahren, dabei ganz viel Sternenhimmel bei klarer Nacht genießen und dann in den Sonnenaufgang rein fahren. Mit diesen Gedanken legte sich dann auch die Fahrtrichtung fest.
Nicht wie sonst üblich erst in Richtung Osten, sondern nach Westen zur Kanalmündung. So hätte ich auch das vom Untergrund hässlichste Stück dann hinter mir und könnte mich dann auf en Rest freuen.

Und so kam ich nicht drumherum. Es war einfach ein Ding zwischen mir und dem Channel. Es könnte nicht sein, daß ich das in diesem Jahr nicht fahren würde. Die Vorfreude und vor allem die innere Einstellung stellte sich dann auf der gestrigen Heimfahrt ein. Da ich eh gut müde war, fiel es mir auch nicht schwer früh zu Bett zu gehen. Die erste Beste Voraussetzung.

Die Channel sun-up Challenge als Tour

Ja ich geb es zu, man schon gut einen an der Murmel haben sich für ein derartiges Vorhaben den Wecker auf 03:03 Uhr zu stellen. Nicht das die Tatsache reichen würde am Tag gut 100 Kilometer mit dem Rad abzureißen, nein es war ja auch noch Dezember. Und jener Monat ist eben nicht für milde Temperaturen und schön Wetter bekannt.
Aber ich war das gewohnt und auch entsprechend vorbereitet. Ohne Vorbereitung geht da nix, in so fern…

Lustiger Weise war dann auch der Start um 04:14 Uhr. Etwas später als gedacht, aber ich mußte noch die Lenkertasche montieren und alle Sachen verstauen. Das Startbild.

(das komplette Bild -u. Filmmaterial findet Ihr im Album)

Und ab ging die Reise. Ich rollte zum Kanal, alias Channel hoch und kam recht gut in Schwung. Nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam und vor allem in eine Art Entspannungsmodus, der wohl aus der Freude kam.

Weite Teile der Strecke konnte ich im schwachen 15LUX-Modus mit meiner Lampe fahren. Die eigentlich zu hohe Einstellung hatte ich ja noch nicht korrigiert (wann auch?) und so gab es einen gute Lichtteppich, der aber auch nicht zu hell war. Irgendwie gefiel mir das. Jedenfalls kam ich zeitlich gut aufgestellt am Preußenhafen an.

Eine erste schnelle Riegel- & Trinkpause wurde eingelegt. Dann ging es weiter, leider ab hier etwas auf Umwegen. Dadurch das ja eine neue Brücke „geschlagen“ wird, kommt man eh nicht direkt am Kanal entlang. Die Umleitung wird aber auf jene Radtrasse geführt, die ich eh täglich zum Job kurve. Da bin ich dann also direkt drauf, so hab ich mir etwas Holperstrecke gespart.
In Höhe des Lünener Hafen ging dann das erste Holperstück los. Mit vollem Licht kam ich da aber gut durch. Kurz vor dem Hafenbecken in Waltrop war dann der zweite Stop. Die Akkus am Licht mußte getauscht werden. Ich nutze diesen Zwangsstop um auch wider gut zu trinken.

In Waltrop mußte ich dann auch die Kanalseite wechseln. ich mag ja diese Brückenüberfahrt so gar nicht, da Autoverkehr droht. Doch heute…
…Mucksmäuschenstille. Überhaupt war die Szenerie bis in den Anbeginn des Sonnenaufgang von bester Qualität. Es war eine sternenklare Restnacht, alles still und leer, viele Eindrücke gab es. Jedenfalls kam ich gut über die Brücke und ebenso gut bis zur Kanalmündung.

Die Pflicht rief, Bild machen, Riegel futtern und gut was trinken. Dabei lief ich im Kreis oder in einer Acht, damit die Füße und Beine in Bewegung bleiben und ich nicht unnötig kalt. Denn bis hierhin hatte es gute 0 bis max. 1c° aber in angenehmer Qualität. Nach dem opulenten Mahl ging es auch gleich auf die Rückfahrt. Kurz vor dem Lünener Hafen startete der Sonnenaufgang. Er tauchte den Horizont in ein ganz zartes Orange. Was für ein feiner Anblick. Den Preußenhafen hatte ich diesmal hinter mich gelassen und statt dessen meine nächste Pause auf einer Anhöhe am Seepark Lünen gemacht.

Mal zwei Bilder, ein kurz nach der Abfahrt geschossen. Und auch da wider wunderbare Szene. Der Morgentau oder auch an vielen Stellen der Frühnebel gaben sich ein Stelldichein mit der aufsteigenden Sonne. Ab hier wurd´s dann irgendwie…
…zääähhhhh. Irgendwie war der Wurm bei mir drin, die Kurbel kreiste immer langsamer, auch kleinere Gänge halfen da nicht so wirklich. Nach 2:40h war dann eine nächste Pause fällig, ma(n)n mußte sich auch mal „die Füße vertreten“. Außerdem wurd´s irgendwie immer kälter. Ich fuhr weiter und konnte es kaum fassen. Auch wenn die Sonne inzwischen gut über den Horizont lugte, ich kam kaum vom Fleck, es wurde stellenweise rattenkalt. Innerlich knobelte ich was es A. sein könnte und B. was ich tun könnte?

Heimkehren und das Ding doch nicht bis zum Ende fahren, war eine Option. Gut, nicht die Option die mir am besten gefiel, hätte ich aber auch gemacht. Ich beschloss erstmal bis zu den beiden weißen Brücken zu fahren und dort dann zu schauen. Gesagt getan, dort dann oben in die Sonne gestellt und mal die wärmere Trinkpulle aus der Lenkertasche gezogen. Von dem einem Liter wurden Dreiviertel in die Speiseröhre gekippt. Außerdem entsinnte ich mich des Energie-Gel, was ich schon gefühlt Jahre in der Jackentasche als Notreserve mitschlörre.

Geschmacksrichtung zum Haare aufstellen, Cashewkerne in  – gesalzen!!! Brrrrr! Da muß man aber schon gut am Ende sein um sich so´n Mist in den Rachen zu drücken. Für mich aber dann doch ein reizvoller Test. Geschmacklich ging das aber doch besser, als das was man liest. Trotzdem, kaufen würde ich diese Geschmacksrichtung nicht. Überhaupt hatte ich dann das Problem, wohin mit der Verpackung? Ein Mülleimer war nicht zu sehen, also mußte der Mist in die Keksdose.

Dieses dann auch etwas längere Pause brachte mich wider auf Trab und zwar so gut, daß ich an der fetten Bahnunterführung erstmal den Wasserhaushalt regulieren mußte.
Überhaupt, bei den bisherigen Channel Challenge Aktionen gab´s ja immer einen legger Currywurst-Pommes-Mayo am Preußenhafen. Aber dort war ja bei meiner letzten Durchfahrt noch alles dicht. Und woanders Pause machen hatte ich auch keinen Bock Beziehung weise wäre ja auch gar nicht gegangen. Eigentlich schade, denn gerade der gesellschaftliche Part ist ja immer ganz nett.

Dennoch, groß reinklotzen war nicht mein Plan. Mein letzter Wendepunkt wäre die Schleuse in Werries gewesen. Wenn das bis dahin aber gut klappt, dann schafft man auch den Rest. Und so war das dann auch. Zuvor passierte ich aber wider das zukünftige Pier 9 Hotel Gelände.

Hab ich ja auch voll Bock drauf. Half aber alles nix, ein Meters wollten noch gemacht werden. Und so rollte ich zuverlässig wie ein gut geschmierter Trecker, also nicht besonders rasant, aber eben konstant dem Kanalende entgegen. Das Beweisfoto wurde gemacht…

…Wasser zugeführt und die Keksdose in Angriff genommen. Zuvor bin ich einem Angel ich über seine Rute gefahren, die er aber entschudigender Weise auch blöd hingelegt hatte. Ist aber nix passiert. Nachdem ich wider Sonne getankt hatte, rollte ich wider los, bis ich…

…ach ja! Auf den letzten Metern zum Kanalende hin hatte ich bemerkt, daß es am Hinterrad irgendwie eirig oder gar schwammig geworden war. Hatte mein Laufrad eine Acht? Also stieg ich wider kurz nach dem Start ab und begutachtete kurz das Hinterrad. Ich entschloss mich die ja erst gestern bewährte Luftpumpe mal an zu setzten, denn auch der Profidaumendruck meldete irgendwie wenig Luft in der Pelle. Und siehe da, daß Manometer stieg bei unter 3bar ein. So wenig, da muß das ja rum eiern. Es ging dann aber besser vorwärts, wenn auch eventuell mit einem Tacken zu viel Luft. Es federte nicht ganz so wie soll. Kann man aber mit leben und dann at home korrigieren.

Letzte Stop, eigentlich, am neuen Ruderhaus hier im Dorf. Man hatte ja lange gebaut und ich wollte mir das mal genauer ansehen.

Chic gemacht, nicht gerade ein Schandfleck. Ein junger Mountainbiker nutze diverse Stellen um seine Fahrtechnik zu üben. Treppe rauf hatte ich so auch noch nicht gesehen. Da ich eh am filmen war… <klick>. Ich fand das gut, machte mich dann aber doch wider vom Acker.

Den dann aber wirklich letzten Stop gab es kurz vor dem letzten Kanalstück. Dort hatte ich schon auf der Hinfahrt Birkenäste in guter Statur erspäht. Da ich ja seit neusten eine gut große Feuerschale hab, braucht es auch an dem nötigen Brennstoff. Kleinholz für den Outdoor-Holzvergaser hab ich ja, aber dickere Äste oder gar Scheitholz eher nicht. Also griff ich mal zu, verlud alles noch irgendwie am Bike…

…und fuhr dann aber doch schnurr straks zur Burg. Natürlich war nach der Ankunft wider eine gründliche Pflegeeinheit fällig. Warum kann man an diesen beiden Bildern sehen.

Das linke Bild zeigt den Tretlagerbereich das Rades. Wenn sich da genug Schlampes gesammelt hat, streikt regelmäßig das Schaltwerk an der Kurbel. Ich muß dann das Rad auf den Kopf stellen und manuell umstellen. Das rechet Bild zeigt den Schaltwerkkäfig, als jener ist unter dem Drecksrotz. Zum Glück gibt’s da keine Probleme. Aber jetzt ist wider alles gut. Auch die Wäsche ist gewaschen, steckt im Trockner oder ist aufgegangen, zwei Teller Mittagessen sind schon lange Geschichte und ich bereite mich mental auf ein Abendbrot vor. Burger und Pommes wär jetzt so ein Ding. Kalorien satt.

Das Ende

Ja, auch wenn der zähe Part es so ein wenig in sich hatte, ich habe diese ´n Tag bestens genutzt. Es hat sich gelohnt das sehr frühe Aufstehen. Alleine schon wegen dem Sternenhimmel. Die nächste Tour wird aber entspannter, also nicht so lang.

Habt noch ein schönes Wochenende und bleibt gesund!

Chill-Out-Night/ 41.124km/ 12.12.2020

Dezember 12, 2020

Bikealltag/ The Cure – Forest/ crazy Fahrten/ Biketouren/ Nacht-Touren/ Bike- & Biketouren Bilder: so und jetzt hier die schon im vorhergegangenen Beitrag angekündigten Zeilen zur crazy Nachtfahrt. Gleich vorab, viele Bilder gibt’s nicht. Zwei Gründe dazu, zum einen waren die Lichtverhältnissen nicht so das die Camera meine Motorola Handy das hätte packen können…
…und zum anderen genau bei jenem Mobil verabschiedete sich der Akku irgendwo im Nirgendwo.

Ansonsten wie schon gesagt, war ich 3:59:28 in Bewegung und habe dabei 76,04km zurück gelegt. Beim Start hatte es wohlige 6c°, es pendelte sich dann mit der Dunkelheit bei 2c° ein, hatte aber am Ende doch wieder nur 1c°. Leider dann auch ein Teilstück mit einer gewissen Portion Wind von vorne. Ich beginne aber mal von vorne.

Irgendwie war diese Woche ja durchwachsen. Von den Temperaturen her eher frisch bis anfangs sehr frisch und meine 45NRTH Xerxes Spike-Faltreifen mit je 140 Spikes waren also stets ein guter Plan. Ob sie aber wirklich notwendig waren, kann ich nicht mal so sagen, habe aber darüber mehrmals nachgedacht. Ja, da gibt es die Abschnitte zum Channel hoch wo ja urbaner Untergrund vorhanden ist und hat man erstmal den Seepark Lünen passiert stellt sich erneut Jenes ein. Nicht zu vergessen die Holzbrücken die ich passierte. Gerade die ließen im Glanz der Vorderfunzel oft ein Glitzerbild von sich scheinen, von dem jedes kleine Mädchen in seinem Poesiealbum nur träumt.

Aber es war auch so, daß ich im Verlauf der Woche immer wieder gerne durch die schwindende Nacht gefahren bin. Diese Stille, der Himmel, die Sterne und ach was weiß ich nicht was. Und so tat es sich an, daß kaum meine Lebensgeister mit dem frühmorgendlichen Sauerstoff geflutet wurden, ich immer wider eine lecker Nachtfahrt herbei sinnierte.

Das ich in diesem Jahr noch eine Channel Challenge fahren würde wäre zwar nett, aber bei dem Wetter mit diesen Spikereifen hatte ich für mich eher ausgeschlossen. Das wäre auf den etlichen Meters an Untergrund zwar machbar, aber schön ist was anderes. Und Spässekes sollte es ja auch machen. Denn so grob 100km Radfahren ohne Spaß ist eben – spaßbefreit.

Und so kam mir dann die Chill-Out-Nightride aus dem Frühjahr in den Kopf. Alle Strecke mehr oder weniger gut bis sehr gut bekannt, nette Dörfchen und ab einem Punkt X genug Punkte wo man aussteigen kann und relativ straight gen Burg radeln könnte. Und ganz wichtig in diesem Fall, vorwiegend Asphalt.

Dabei muß ich nur vom Dorf des Jobs etwas hoch fahren, also in Richtung Nord um mich dann an Cappenberg vorbei in Richtung Nordkirchen auf zu machen. Von dort aus gäbe es schon die ersten Optionen zum umdisponieren. Mit Schloss Westerwinkel/ Herbern könnte man bis nach Drensteinfurt vorrollen. Die kürzeste Variante um genau zu gehen. Anderseits ist aber Lüdinghausen von Nordkirchen auch nur knapp was mit 45 Minuten entfernt.

Ab Lüdinghausen, wo ich kurz vor Ortseingang stets in einer Hütte für eine Bushaltestelle kurz Halt mache geht es dann rüber bis nach Ascheberg. Das Stück zieht sich immer etwas, sind wohl auch gefühlt die meisten Kilometer am Stück. Von Ascheberg aus kann man dann wieder in Richtung Süden aufbrechen und so über Herbern reinkommen, wobei es von dort aus keine Stunde mehr bis zur Burg ist. Man rollte auch die meiste Zeit bergab. Der andere Plan kann dann aber sein bis nach Drensteinfurt zu fahren, was grob auch wider nur eine Stunde ist.
Ab Drensteinfurt gibt´s dann die nächste einstündige Option auf Heimfahrt oder eben doch noch bis nach Ahlen fahren. Die Schleife bis nach Ahlen rüber zieht sich aber auch wieder uns sollte auch knapp mehr als eine Stunde sein. Aber ab dort muß man ja auch wider zur Burg, was wieder eine gute Stunde plus bedeuten würde. So also der Plan, losfahren und sehen was der Tag, oder besser gesagt, die Nacht so bringt.

An sich hab ich aber nix groß geplant. Das einzige was in meiner Lenkertasche noch drin war, war eine 1l Wasserpulle extra. Riegel als Zwischenmahlzeit hatte ich schon wo im Gepäck. Reserveakkus waren auch mit von der Partie. Und so bin ich dann mal los. Anfangs ich nette Wohlgefallen 6c° und einen betrachtungswerten Sonnenuntergang.

Erstes Problem, es war zu warm ich mußte Kleidung ablegen und dann immer wider kurz anhalten um auch diverse Reißverschlüsse an der Jacke für die Lüftung öffnen. Mit angezogenen Handschuhen klappt das nicht ganz so gut.

Ich hab dann aber diese kurzen Stops dafür genutzt auch meine Trinkdisziplin aufrecht zu halten. Nach knapp einer halben Stunde war Licht angesagt, zunächst noch nur als Positionslicht um gesehen zu werden, aber auch weil ich die Abschnitte super kannte. Und weniger Licht bedeutet ja auch, weniger Stromverbrauch, ergo leuchtet die Lampe länge.

Etwa 30 Minuten vor Nordkirchen gab dann den ersten kurz-längeren Zwischenstop um sich eine Rigel präventiv in die Kauleiste zu drücken. Außerdem wollte der Wasserhaushalt reguliert werden. Ein gutes Zeichen, die Trinkdisziplin klappt. Ab da war dann aber auch volle Suppe auf dem vorderen Scheinwerfer angesagt.

Vor den Toren des Schloss Nordkirchen wurde dann die nächste Pause einberaumt. An der Spatzenhütte wurde wider Kleidung angelegt, es wurde frisch und der Fahrtwind tat sein übriges. Wacker rollte ich bis zu jener Bushaltestelle vor die kurz vor Lüdinghausen liegt. Hier <klick> sollte ungefähr die Position sein. Und ab da war dann auch das Wacker wider vorbei.

Nicht das ich schlecht voran kam, aber ich ahnte es schon. Schnell war ich nur, weil der Wind bis zur Haltestelle eher von hinten kam. Jetzt kam er von vorne. Naja und dann eben das lange Stück bis Ascheberg. Bei einer weiteren Trinkpause kurz vor Ascheberg knickte dann auch der Akku von Handy ein. Merkwürdige Sache, denn zu Hause zeigte er nach dem Anstöpseln noch gute 27%. War aber eine Zeit lang ein komisches Gefühl so ganz „ohne“.

Aber auch das wurde gefahren und im Kopf wurde die besser Strecke für finale Rückreise gewählt. Damit ging es doch noch bis nach Drensteinfurt. Kurz vor dem Ortseingang wurde in einer weiteren Hütte noch ein Riegelchen genascht und auch die Wasserpulle wieder bemüht. Man muß da echt drauf achten, denn gerade im Winter merkt man einfach nicht wie man schwitzt.
Und dann kommt der Mann mit dem Hammer, die Knochen werden schwer, die Muskeln wie Blei. Aber ich war da ja auch geübt drin und wusste was zu tun ist.

Jedenfalls ab da ist alles wohlbekannt und auch von der Streckenbeschaffenheit her gut zu nutzen. Direkt gibt es insgesamt drei Routen, die alle mehr oder weniger parallel zu den Bahngleisen laufen. Eine Route westlich der Gleise und der zweie östlich davon. Da ich von Westen kam, wurde auch die erste Strecke gefahren.

Irgendwie war das schon ein wenig Wahnsinn. Man erinnert sich noch an Zeiten wo man stolz und auch heilfroh war die 20 Kilometer nach Drensteinfurt zu fahren und auch noch anständig wider zu Hause an zu kommen. Nun hatte man über satte 50 Kilometer auf dem Buckel, es war stockdunkel und eigentlich auch kalt. Kalt? Gut die 1c° waren jetzt nicht irre gemütlich. Zumindest nicht um lange an zu halten und sich gemütlich einen Espresso zu brutzeln.
Aber ich war das ja gewohnt und die letzte Schicht an dünnen Unterziehandschuhen wurden noch angelegt und dann wacker weiter. Übrigens an einer neuen Bushaltestellenhütte direkt am südlichen Ortseingang zu Drensteinfurt. Sehr solide aus Holz gemacht, abgedichtet und somit maximal windgeschützt und zudem Kameraüberwacht. Das suggiert jedenfalls ein Schild.

Und so rollte ich nach diesem nächtlichen Abenteuer mal wider auf der Burg ein. Trinkware wurde der Kehle zugeführt, die Waschmaschine gefüttert und eine nicht ganz unreine Portion Reis mit Chili con Carne in den Margen verfrachtet. Die Nacht war erholsam.

Heute war dann im Lauf des Tages für das Fahrgerät auch mal wieder eine Pflegeeinheit fällig. Man sollte auch da nicht nachlässig werden.

Ja so war das, bis zur nächsten Nachtfahrt, oder so. Habt noch ein schönes Wochenende und bleibt gesund!

Chill-Out-Nightride/ 35.977km/ 28.03.2020

März 29, 2020

Bikealltag/ The Cure – Forest/ crazy Fahrten/ Bike-& Biketouren Bilder/ Biketouren/ Nacht-Touren: Aufbruch zu einer entspannten Radrunde. Etwas die Beine in Bewegung halten und via alter Bekannter Strecken rumgondeln. Geht erst in Richtung Westen wohl hoch bis Lüdinghausen und dort dann wohl vor den Toren der Stadt dann mit Fahrtrichtung Osten eine Schleife fahren. Ascheberg steht da auf jeden Fall mal auf´n Plan, ob es dann aber via Herbern, Drensteinfurt und eventuell noch Ahlen geht, lass ich mal offen.

Ach ja, ich checke gleich mal die Windrichtung und Stärke. Könnte dann die Runde umdrehen und sie rückwärts fahren. Rückenwindlage könnte den Entspannungfaktor enorm heben.

Das CAADX ist schon vorbereitet, zwei Trinkpullen und meine 1,5l Trinkblase ist in der Lenkertasche verschwunden. Zwei Riegel, zwei Laugenstangen, zusätzlicher Reserveschlauch, Sitzkissen sowie Powerbank & Reserveakkus für das Vorderlicht sind auch verstaut.
Ein wenig Kleidung für die kühlen & dunklen Stunden sowie eine zusätzliche Daunenjacke für eventuell längere Pausen werden auch noch ihren Platz finden. Soweit also zu den Vorbereitungen. Dann mal los.

Die Sonne sank langsam gen nordwestlichen Horizont aber noch standen 15c° auf dem Tacho. Dennoch so richtig warm war es nicht. Es bließ eine gute Brise aus Norden. Ich sah die Sache gelassen, denn so hatte ich für die im Kopf schwebenden Runde recht wenig Gegenwind. Die Wegstrecke wurde stets über bekannte Routen gefahren. Also ab via Werne bis zum Wanderweg, dann an Nordkirchen vorbei bis nach Lüdinghausen. So der Plan.

(Bilder vom Tag im Album)

Ich nutzte die eine oder andere Waldwegstrecke, wie zum Beispiel jene die auf dem Wanderweg liegt und zum Gaspumpwerk vorbei führt. Dort zog aber doch final die Nacht ein. Es wurde zusehends frischer. Ich spulte die Strecke im Kopf ab und machte einen ersten Pausenpunkt an einer Wanderhütte als ideal aus. Jene liegt am südlichen Eingang zum Hirschpark kurz vor Nordkirchen.
Dort wurde noch ein Biketrickot übergezogen, die Reflektoren über die Schuhe gezogen und das Licht angeknipst. Der kräftige Zusatzschluck aus der Wasserpulle war genauso Pflicht, wie sich was in den Rachen schieben. Dann ging es weiter. Schön-seltsame Szenen im finalen Sundown.

Bis nach Lüdinghausen war es eine nette Fahrt, das Vorderlicht wurde dann doch in weiteren Abschnitten auf volle 80Lux Leistung geschaltet. Und wider vor den Toren von Lüdinghausen angekommen das Bushäuschen aufgesucht, was man halt kennt. Das CAADX angelehnt, die Vorderlampe ausgeschaltet (Saft sparen), sich rein gehockt und eine Banane vertilgt. Jetzt war es stockdunkel draußen und dichtere Wolkenbänder zogen auf. Mir war aufgefallen, daß ich bis jetzt den Nachthimmel nur sehr selten betrachtete. Schade eigentlich. Klare Luft aus Nord und viele Sternbilder waren zu sehen.
Doch der Blick auf die Straße war besser. So in die Nacht hinein sollte man schon aufpassen.

Ich rollte recht gut auf Ascheberg zu. Am dortigen Kirchplatz wurde ein schnelles Bild gemacht, die Knielinge aus der Packtasche gekramt und in der Eingangsnische eines Friseursalon über gestreift. Die zweite Mütze fand auch ihren Platz. Eine seltsame Stimmung war das schon. Noch weniger Leute als sonst, nur Tankstellen hatten geöffnet. Man rollt so dahin.

Drensteinfurt war der nächste ausgemachte Wendepunkt. Bis über Ahlen würde es nicht gehen. Die Zeit läuft halt unaufhörlich davon und über Mitternacht hinaus wollte ich dann doch nicht fahren. Wozu auch? Man will sich ja noch duschen, die Wäsche könnte auch auf schnell in der Waschmaschine verschwinden und was futtern.

Drensteinfurt war erreicht, es ging die westliche Route mit Richtung Süd in Richtung Heimatdorf. Der Wind kam jetzt von der besten Seite, von hinten. Ich flog in Abschnitten mit über 30km/h über den Asphalt. Da wird auch der Lichtkegel der 80Lux schon mal klein. Ein letzter Stop kurz nach der letzten Ortsankunft schlug das Vorderlicht auf 15Lux um, zu wenig wie ich befand. Ein just passend sich anbietende Laterne bot die Chance die Reserveakkus in meine B&M Ixon Premium zu verpflanzen. Mit der guten Lichtausbeute ging es dann in Richtung Burg. Noch eine schnelle abschüssige Straße runter, ja zwei PKW´s habe ich da gesehen.

Ankunft, den Bryton-Tacho gestopft, die Daten via WLAN eingespielt, sich eine wärmende Fleecejacke überstreift und das CAADX entladen. Entkleiden, Waschmine füttern, duschen, Dose Ravioli und ein alkohlfreies Radler. Die Zahnbürste in den Rachen geschoben und die Bettdecke über den Kopf gezogen.

War dann doch ein ereignisreiche Tag.

Newsticker: im Testcenter, Sport & Training Nebenblog hab ich noch ein paar Zeilen zum heute gelaufenen Outdoorgeschehen getippt. Wer also mag, kann da via dem <Klick> reinschauen. Es ging im wesentlichen darum mein frische Toaks-Set packtechnisch zu optimieren und zu schauen wie lange es dauert bis das Wasser kocht.